Psychotherapie bei sozialer Angststörung: Ein Leitfaden für Betroffene

Dieser Artikel enthält Empfehlungen für Dienstleistungen und Produkte für Menschen mit sozialer Angst. Wenn du Produkte oder Dienstleistungen über unsere Links kaufst, erhältst du möglicherweise einen erheblichen Rabatt und wir erhalten eine Provision.

Bist du es leid, dich in sozialen Situationen unsicher zu fühlen, mit nervösen Gedanken und einem ständigen Gefühl des Unbehagens zu kämpfen? Damit bist du nicht allein.

Die soziale Angst kann die besten Momente des Lebens überschatten und Beziehungen, Gespräche und alltägliche Interaktionen zu echten Herausforderungen machen.

Aber nur Mut, denn dieser umfassende Leitfaden weist dir den Weg zu mehr Selbstvertrauen.

Stell dir vor, dass du dich in sozialen Situationen mit Leichtigkeit zurechtfindest, deine Gedanken frei äußern kannst und mühelos bedeutungsvolle Beziehungen knüpfst.

Das ist kein unerreichbarer Traum.

Mit der richtigen Anleitung und Unterstützung kannst du dich aus den Fängen der sozialen Angst befreien und dich auf eine Reise der Selbstentdeckung und des Wachstums begeben.

Dein Weg zu Entlastung und Selbstvertrauen

Willkommen zu unserer ausführlichen Erkundung der Therapie bei sozialer Angst.

Noch vor zwei Jahrzehnten wurde die Prävalenz der sozialen Angststörung auf etwa 12 % aller Menschen in verschiedenen Lebensabschnitten geschätzt (Kessler et al., 2005).

Heute hat sich die Situation drastisch verändert – sage und schreibe 36 % der 16- bis 29-Jährigen erfüllen die Diagnosekriterien (Jeffries & Ungar, 2020).

Bemerkenswerterweise sucht nur eine von fünf Personen aktiv nach professioneller Hilfe für ihre Erkrankung (Grant et al., 2005).

Diese nachdenklich stimmende Tatsache unterstreicht die Dringlichkeit, sich mit sozialer Angst auseinanderzusetzen.

Dieser Leitfaden ist ein wertvoller Begleiter auf dem Weg, die soziale Angst zu verstehen, ihr entgegenzutreten und sie zu überwinden.

Was dich erwartet

Bereite dich auf eine Reise durch ein breites Spektrum an therapeutischen Ansätzen vor, von bewährten Methoden bis hin zu innovativen Alternativen.

Jeder Ansatz bietet einzigartige Stärken und gibt dir das Rüstzeug, um deinen persönlichen Weg zu mehr Wohlbefinden zu finden.

Damit du fundierte Entscheidungen treffen kannst, haben wir jeder Therapie eine Wirksamkeits- und Verfügbarkeitsbewertung zugewiesen. Diese Bewertungen beruhen auf dem aktuellen wissenschaftlichen Kenntnisstand.

Wo es sinnvoll ist, haben wir außerdem Buchempfehlungen für dich bereitgestellt, um dich weiter zu unterstützen.

Wie dieser Leitfaden genutzt werden kann

Dieser Artikel ist mehr als eine Zusammenstellung von Therapien und Empfehlungen. Er ist dein Mentor, Ratgeber und Verbündeter – er hilft dir, Entscheidungen zu treffen, die auf deine Wünsche, Vorlieben und Umstände abgestimmt sind.

Es steht dir frei, die Abschnitte über Therapien, die dir nicht zusagen, zu überspringen, aber vergiss nicht, dass das Abwägen verschiedener Optionen wertvolle Erkenntnisse bringt. Diese Einsichten können dich zu Interventionen führen, die deine sozialen Ängste effektiv abbauen und Bereiche aufzeigen, die für dein Wachstum entscheidend sind.

Du solltest unbedingt bis zum Ende lesen, denn wir gehen auf wichtige Themen ein, die über die verschiedenen Therapieformen hinausgehen. Dazu gehören finanzielle Aspekte, der Vergleich zwischen Präsenz- und Online-Therapie, praktische Tipps für deinen therapeutischen Weg und eine Fülle weiterer wertvoller Erkenntnisse.

Deine Reise beginnt hier, und mit diesem Leitfaden als Kompass wirst du das nötige Wissen haben, um die wichtigsten Entscheidungen für dein psychisches Wohlbefinden zu treffen.

Angesichts der Fülle an Informationen, die dieser Leitfaden enthält, könnte es nützlich sein, ihn zum späteren Nachschlagen mit einem Lesezeichen zu versehen.

Außerdem kannst du mit dem anklickbaren Inhaltsverzeichnis weiter unten mit einem einzigen Klick zu den Abschnitten navigieren, die dich besonders interessieren.

Bist du bereit, in eine Welt einzutreten, in der Selbstvertrauen deine Angst übertrumpft? Dann lass uns beginnen.

A. Bewährte therapeutische Ansätze

Willkommen zum Kernstück unseres Leitfadens – einer Erkundung etablierter therapeutischer Ansätze, die effektiv gegen die soziale Angst vorgehen.

Diese Methoden, die sich auf fundierte Forschungsergebnisse stützen, bieten eine solide Grundlage für alle, die ihre Angst in den Griff bekommen wollen.

Wir erklären dir, wie die einzelnen Ansätze funktionieren und wie sie die komplexen Probleme der sozialen Angst angehen.

Mit diesem Wissen bist du besser gerüstet, um den für dich richtigen therapeutischen Weg zu finden.

Beachte, dass die Einstufungen der Wirksamkeit und Verfügbarkeit nicht dazu dienen, eine Therapie gegenüber einer anderen zu bevorzugen, sondern vielmehr dazu, eine fundierte Entscheidung auf der Grundlage wissenschaftlicher Erkenntnisse zu treffen.

Expositionstherapie

Wirksamkeit: Nachgewiesene Wirksamkeit
Verfügbarkeit: Weitgehende Verfügbarkeit

Die Expositionstherapie ist ein wirksamer und effektiver Ansatz zur Behandlung von sozialer Angst.

Auch wenn die Expositionstherapie einschüchternd wirken mag, hat sie sich als eine der schnellsten und zuverlässigsten Methoden erwiesen, um soziale Ängste abzubauen und die Kontrolle über das eigene Leben wiederzuerlangen.

Die Expositionstherapie verstehen: Konfrontation mit der Furcht, um Ängste abzubauen

Die Expositionstherapie basiert auf dem Konzept, sich den eigenen Ängsten kontrolliert und schrittweise zu stellen.

Das zugrundeliegende Prinzip ist einfach und doch tiefgreifend: Indem man sich wiederholt den Situationen aussetzt, die Angst auslösen, wird die Angstreaktion mit der Zeit weniger intensiv.

Dieser Prozess der Desensibilisierung basiert auf dem Konzept der Habituierung, einem psychologischen Phänomen, bei dem die emotionale Reaktion auf einen Stimulus bei wiederholter Exposition abnimmt.

Wie die Expositionstherapie bei sozialer Angst durchgeführt wird

Bei sozialer Angst geht es in der Expositionstherapie darum, die Person schrittweise sozialen Situationen auszusetzen, die Ängste auslösen. Diese Exposition kann auf verschiedene Arten erfolgen:

Imaginäre Exposition: Dabei stellt man sich die angstauslösenden sozialen Szenarien lebhaft vor. Das löst zwar nicht das gleiche Ausmaß an Angst aus wie die Exposition im wirklichen Leben, aber es hilft den Betroffenen, sich ihrer Angst zu stellen und Resilienz aufzubauen.

In-vivo-Exposition: Bei diesem Ansatz begeben sich die Betroffenen in reale soziale Situationen, die sie aufgrund ihrer Angst gemieden haben. Die Exposition wird sorgfältig geplant, wobei mit weniger angstauslösenden Situationen begonnen und zu anspruchsvolleren Situationen übergegangen wird.

Virtual Reality Exposition: Dank neuer Technologien wurde die Virtual Reality (VR) Expositionstherapie eingeführt. Diese Methode ermöglicht es den Betroffenen, simulierte soziale Situationen in einer kontrollierten Umgebung zu erleben und so in einem sicheren Umfeld Bewältigungsstrategien zu üben und ihre Angst schrittweise abzubauen.

Der Einschüchterungsfaktor: Die Angst anerkennen und den Mut stärken

Die Expositionstherapie bei sozialer Angst kann in der Tat einschüchternd sein. Die Aussicht, sich Situationen zu stellen, die schon lange Angst gemacht haben, kann große Beunruhigung auslösen.

Es ist wichtig, zu erkennen, dass es eine normale Reaktion ist, Angst zu haben oder sich zu fürchten.

Die Therapie selbst ist so angelegt, dass sie innerhalb (oder nur geringfügig außerhalb) der Komfortzone der Person arbeitet, indem sie mit weniger beängstigenden Situationen beginnt und sich allmählich steigert.

Die Therapeuten sind in der Lage, den Expositionsprozess an das Tempo des Einzelnen anzupassen, um ein unterstützendes und sicheres Umfeld für die persönliche Entwicklung zu schaffen.

Wissenschaftliche Validierung der Expositionstherapie bei sozialer Angst

Die Wirksamkeit der Expositionstherapie bei sozialer Angst ist durch fundierte Forschungsergebnisse untermauert.

Jahrzehntelange Daten belegen, dass sie sich als eigenständige Lösung für pathologische Ängste bewährt hat (Foa & Kozak, 1986). Hier sind einige der wichtigsten Ergebnisse:

  • Eine wichtige Studie von Kaczkurkin und Foa, 2015, unterstreicht das Potenzial der Expositionstherapie. Ob in Kombination mit kognitiver Therapie oder allein angewandt, reduziert sie die Symptome der sozialen Angst deutlich, was auf ihren methodischen Ansatz der schrittweisen Konfrontation zurückzuführen ist.
  • Jenseits der Tradition ist die Expositionstherapie in der virtuellen Realität ein überzeugender Kandidat, der mit konventionellen Methoden vergleichbare Ergebnisse erzielt (Klinger et al., 2005Chesham et al., 2018). Dies verdeutlicht die Rolle der Technologie bei der Erweiterung des Horizonts der Exposition.
  • Eine weitere Stärke ist die Langlebigkeit. Die Forschung zeigt, dass sowohl die Expositionstherapie in der virtuellen Realität als auch die Expositionstherapie mit Gruppen zu dauerhaften Verbesserungen führen (Anderson et al., 2017), die sich in einem verbesserten Wohlbefinden, einer besseren Leistungsfähigkeit und einer nachhaltigen Symptomreduzierung zeigen.
  • Die Expositionstherapie ist auch für Jugendliche geeignet. Eine schulbasierte Initiative, die soziales Kompetenztraining und Expositionstechniken kombiniert, reduziert soziale Ängste bei Jugendlichen signifikant (Masia Warner et al., 2007) und stellt damit ihre Anwendbarkeit und Wirksamkeit über alle Altersgruppen hinweg unter Beweis.

Weitere Informationen

Um tiefer in die Expositionstherapie bei sozialer Angst einzutauchen, empfehlen wir dir, unseren ausführlichen Einführungsleitfaden zu lesen, indem du hier klickst.

Wenn du mehr über eine bestimmte Art von Expositionsübungen erfahren möchtest, die sich direkt mit Scham- und Peinlichkeitsgefühlen befassen, dann schau dir unseren Artikel „Übungen zur Schambekämpfung bei sozialer Angst“ an. Du kannst ihn lesen, indem du hier klickst.

Die Fusion von Exposition und Kognition

Auch wenn die reine Form der Expositionstherapie, die oft von Verhaltenstherapeuten durchgeführt wird, nach wie vor zugänglich ist, hat eine hochwirksame Entwicklung stattgefunden.

In der modernen Praxis verschmilzt die Expositionstherapie harmonisch mit kognitiven Techniken und bildet die Grundlage der kognitiven Verhaltenstherapie (KVT), einem transformativen Ansatz, auf den wir im Folgenden näher eingehen werden.

Kognitive Verhaltenstherapie

Wirksamkeit: Nachgewiesene Wirksamkeit
Verfügbarkeit: Weitgehende Verfügbarkeit

Die kognitive Verhaltenstherapie (KVT), die tief in der kognitiven Umstrukturierung und Verhaltensmodifikation verwurzelt ist, gibt den Menschen wirksame Werkzeuge an die Hand, um ihre angstgesteuerten Gedanken und Verhaltensweisen in Frage zu stellen, was letztendlich zu dauerhafter Linderung und größerer Lebenszufriedenheit führt.

Veränderung durch Gedanken und Handlungen ermöglichen

Die KVT setzt bei sozialer Angst an, indem sie sowohl auf kognitive Verzerrungen als auch auf maladaptive Verhaltensweisen abzielt.

Die zentrale Prämisse ist, dass unsere Gedanken, Gefühle und Handlungen miteinander verbunden sind.

Indem sie ihre Denkmuster und ihr Verhalten ändern, können die Betroffenen den Angstzyklus unterbrechen und so den Weg für sinnvolle Veränderungen ebnen.

Wie kognitive Verhaltenstherapie bei sozialer Angst funktioniert

Die KVT läuft strukturiert ab und wird von einem erfahrenen Therapeuten geleitet. Hier ein kleiner Einblick in den Prozess:

Einschätzung: Der Therapeut arbeitet mit dem Betroffenen zusammen, um seine Angstauslöser, Denkmuster und Verhaltensweisen umfassend zu verstehen.

Kognitive Umstrukturierung: Bei dieser Kernkomponente geht es darum, negative Gedankenmuster zu erkennen und zu hinterfragen. Die Betroffenen lernen, verzerrte, angstauslösende Gedanken durch rationalere und ausgewogenere Alternativen zu ersetzen.

Verhaltensexperimente: Die Betroffenen nehmen an praktischen Experimenten teil, um die Gültigkeit ihrer angstbezogenen Überzeugungen zu testen. Diese Experimente helfen dabei, die Korrektheit von Ängsten empirisch zu überprüfen und allmählich Beweise gegen ängstliche Gedanken zu sammeln.

Expositions- und Reaktionsprävention: Die Exposition gegenüber angstauslösenden Situationen, ähnlich wie bei der Expositionstherapie, wird in die KVT integriert. Bei der KVT liegt der Schwerpunkt jedoch auch auf der Verhinderung von Vermeidungsverhalten, das typischerweise mit Angst einhergeht. Dadurch werden sowohl die kognitiven als auch die verhaltensbezogenen Aspekte der Angst bekämpft.

Aufbau von Fertigkeiten: Die Betroffenen erlernen praktische Fähigkeiten zur Bewältigung ihrer Ängste, wie z. B. Entspannungstechniken, effektive Kommunikationsstrategien und Selbstbehauptungstraining, die sie in die Lage versetzen, sich in sozialen Situationen selbstbewusst zu verhalten.

Wissenschaftliche Validierung der KVT bei sozialer Angst

Die wissenschaftliche Validierung der KVT bei sozialer Angst ist solide und überzeugend. Netzwerk-Meta-Analysen und metaanalytische Übersichten bestätigen durchweg ihre Wirksamkeit:

  • In einer systematischen Übersichtsarbeit zum Vergleich von Interventionen bei sozialer Angststörung wurde die individuelle KVT als eine der wirksamsten psychologischen Behandlungen identifiziert (Mayo-Wilson et al., 2014).
  • Metaanalytische Übersichten über die Ergebnisse von KVT bei Erwachsenen mit Angststörungen, einschließlich sozialer Angststörungen, unterstreichen durchweg ihre Wirksamkeit (Norton & Price, 2007).
  • Die KVT auf Basis der virtuellen Realität zeigt eine signifikante Verringerung der Symptome sozialer Ängste und eine Verbesserung des sozialen Verhaltens (Geraets et al., 2019).
  • Die ressourcenorientierte kognitive Verhaltenstherapie und die kognitive Therapie halten die Verbesserungen über die Nachbeobachtungszeit aufrecht, sogar bis zu einer 10-Jahres-Marke (Willutzki et al, 2012).
  • Mehrere Meta-Analysen zeigen, dass KVT bei verschiedenen psychiatrischen Störungen, einschließlich sozialer Phobie, wirksam ist und die Symptome deutlich reduziert und die psychische Gesundheit verbessert (Butler et al., 2006).

Buchempfehlung: Soziale Phobie – die heimliche Angst

Für Menschen mit sozialer Angst, die sich besonders für die KVT interessieren, empfehlen wir das Buch: „Soziale Phobie – die heimliche Angst: Selbsthilfeprogramm mit Übungen aus der Praxis(hier erhältlich).

Es basiert auf den Prinzipien der KVT und zeigt dir Schritt für Schritt, wie du deine Ängste verstehen, dich ihnen stellen und schließlich überwinden kannst.

Mit praktischen Übungen, Achtsamkeitspraxis und dem Schwerpunkt auf dem Aufbau von Selbstvertrauen wird dir dieses Buch helfen, dein Leben in die Hand zu nehmen und dich von der Last der sozialen Phobie zu befreien.

Weiterführende Informationen

Um einen umfassenden Einblick in die KVT bei sozialer Angst zu bekommen, empfehlen wir dir unseren Einführungsleitfaden. Du kannst ihn hier aufrufen.

Die Integration von Kognitiver und Expositionstherapie: Ein synergistischer Ansatz

Wie du gesehen hast, werden in die KVT expositionsbasierte Techniken integriert, die die Wirksamkeit der Therapie synergetisch verstärken.

Diese Kombination aus kognitiver Umstrukturierung und schrittweiser Exposition schafft einen dynamischen Ansatz, der verzerrte Gedanken in Frage stellt und gleichzeitig die aktive Auseinandersetzung mit angstauslösenden Situationen fördert.

Als Nächstes widmen wir uns einem weiteren wichtigen Faktor in der Behandlung der sozialen Angst: der psychodynamischen Therapie.

Psychodynamische Therapie

Wirksamkeit: Nachgewiesene Wirksamkeit
Verfügbarkeit: Weitgehende Verfügbarkeit

Die psychodynamische Therapie (PDT) hat sich als wirksamer Kandidat für die Behandlung sozialer Ängste erwiesen und räumt mit der Vorstellung auf, dass es ihr an Wirksamkeit mangelt – eine Vorstellung, die auf überholten Ansichten beruht.

Bahnbrechende Forschungsergebnisse belegen, dass die psychodynamische Therapie sowohl kurz- als auch langfristig soziale Ängste wirksam behandeln kann.

Die Tiefen des Unbewussten freilegen

In den PDT-Sitzungen werden die Teilnehmer/innen dazu ermutigt, sich über ihre Gedanken, Gefühle und Erfahrungen auszusprechen.

In ausführlichen Gesprächen versucht der Therapeut, die Selbstwahrnehmung zu fördern und den Betroffenen zu helfen, die Zusammenhänge zwischen vergangenen Erfahrungen und aktuellen Problemen zu erkennen.

Dieser Prozess kann unbewusste Muster aufdecken, die zu sozialer Angst beitragen, und letztlich zu einem tieferen Verständnis der eigenen Person führen.

Von Einsichten zur Transformation

PDT geht über die Erforschung der Vergangenheit hinaus – sie ist ein Kanal, um Erkenntnisse zu nutzen und positive Veränderungen anzustoßen.

Indem sie die Ursachen der sozialen Angst bewusst macht, kann der Einzelne seine Denkmuster, Verhaltensweisen und emotionalen Reaktionen aktiv verändern.

Außerdem bietet die PDT die Möglichkeit der Katharsis, also der Bewusstmachung innerer Konflikte, was oft zu einer spürbaren Verringerung der Symptome führt.

Kurzfristige vs. langfristige PDT

Auch wenn die PDT oft eine längere Zeit für eine gründliche Exploration in Anspruch nimmt, gibt es auch Kurzzeitinterventionen, die mit der normalen KVT vergleichbar sind und in der Regel 12-16 Sitzungen/Wochen umfassen.

Die eigentliche Stärke der PDT liegt jedoch in ihrer Fähigkeit zur tiefgreifenden Analyse.

Die lange Dauer ermöglicht eine umfassende Untersuchung der zugrunde liegenden Faktoren, die zu sozialer Angst führen.

Während sich ein Großteil der Forschung auf kurze Interventionen konzentriert hat, ist das Potenzial einer längeren PDT, tiefgreifende und dauerhafte Verbesserungen zu erzielen – sowohl bei sozialer Angst als auch bei anderen Aspekten des Lebens -, nach wie vor ein vielversprechender Ansatz.

Längere Interventionen können ein günstiges Umfeld für eine tiefere Selbstreflexion und Veränderung bieten, was zu noch besseren Ergebnissen führen kann.

Wissenschaftliche Validierung der PDT bei sozialer Angst

Die PDT wird seit langem für ihre vielfältigen Erkenntnisse verehrt, doch ihre empirische Validierung hat immer wieder Diskussionen ausgelöst.

Aktuelle Forschungsergebnisse belegen jedoch die Wirksamkeit der PDT bei sozialer Angst – dank der Selbsterfahrung und des tiefgreifenden Verständnisses, das sie fördert. Zu den bemerkenswerten Ergebnissen gehören:

  • In einer Studie, die KVT und PDT bei Jugendlichen mit sozialer Angststörung verglich, waren beide Interventionen einer Warteliste überlegen, wobei die KVT etwas bessere Effekte zeigte (Salzer et al., 2018).
  • Ein 10-wöchiges internetbasiertes psychodynamisches Therapieprotokoll zeigte Wirksamkeit bei der Verringerung sozialer Angstsymptome, wobei die Verbesserungen bis zu 2 Jahre anhielten (Johansson et al., 2017).
  • Bei sozialer Angststörung zeigten sowohl die KVT als auch die PDT Wirksamkeit, wobei die KVT kurzfristig geringfügig höhere Remissions- und Ansprechraten zeigte (Leichsenring et al., 2013).
  • Die Wirksamkeit der PDT bei sozialer Angststörung ist mit der der KVT vergleichbar, wobei die PDT an die Wirksamkeit der KVT auf lange Sicht heranreicht (Leichsenring et al., 2014).

Weiterführende Informationen

Wenn du mehr über die psychodynamische Therapie bei sozialer Angst erfahren möchtest, solltest du unseren ausführlichen Artikel zum Thema lesen. Du kannst ihn aufrufen, indem du hier klickst.

PDT: Ein brauchbarer Weg zur Veränderung

Für diejenigen, die sich zur Selbstreflexion hingezogen fühlen und ein tieferes Verständnis für die Ursachen ihrer sozialen Angst suchen, ist die psychodynamische Therapie eine geeignete Option.

Als Nächstes befassen wir uns mit dem Training sozialer Kompetenzen, einem wertvollen Instrument, das Menschen mit den praktischen Fähigkeiten ausstattet, die notwendig sind, um soziale Interaktionen mit Selbstvertrauen und Leichtigkeit zu bewältigen.

Training sozialer Kompetenzen

Wirksamkeit: Nachgewiesene Wirksamkeit
Verfügbarkeit: Mäßige Verfügbarkeit

Soziale Interaktionen zu meistern, kann für Menschen mit sozialer Angst eine große Herausforderung sein.

Das Training sozialer Kompetenzen (TSK) bietet einen strukturierten Ansatz, um die Fähigkeiten und das Selbstvertrauen zu entwickeln, die notwendig sind, um sich effektiv in verschiedenen sozialen Kontexten zu bewegen.

Soziales Kompetenztraining verstehen

Das Training sozialer Kompetenzen soll die zwischenmenschlichen Fähigkeiten verbessern und die Herausforderungen bei sozialer Angst angehen.

Entgegen der weit verbreiteten Annahme, dass es allen Menschen mit sozialer Angst an sozialer Kompetenz mangelt, erkennt das TSK an, dass einige Menschen zwar tatsächlich von der Verbesserung ihrer Fähigkeiten profitieren, andere jedoch in erster Linie durch andere Interventionen.

Das bedeutet, dass das Training für Personen, denen es tatsächlich an sozialen Fähigkeiten mangelt oder die ein sogenanntes „Defizit an sozialen Fähigkeiten“ haben, am wirkungsvollsten ist.

Der Weg zur Kompetenz: Wie das TSK funktioniert

Das TSK besteht aus gezielten Übungen und Rollenspielen, die darauf abzielen, bestimmte soziale Fähigkeiten zu verbessern.

Diese Fähigkeiten reichen von der Gesprächsanbahnung und der Aufrechterhaltung des Blickkontakts bis hin zu selbstbewusster Kommunikation und aktivem Zuhören.

Unter Anleitung eines Therapeuten werden die Teilnehmer*innen ermutigt, diese Fähigkeiten in simulierten und realen sozialen Situationen zu üben, um so schrittweise Fortschritte zu erzielen.

Bestandteile des TSK

Beurteilung: Die Therapeuten beginnen den Prozess, indem sie die spezifischen sozialen Hindernisse und Stärken der Teilnehmer/innen einschätzen. Diese Einschätzung dient als Kompass für die Entwicklung einer maßgeschneiderten Behandlungsstrategie.

Identifizierung von Fähigkeiten: Gemeinsam ermitteln Therapeuten und Betroffene bestimmte soziale Fähigkeiten, die verbessert werden könnten. Dabei kann es darum gehen, Gespräche zu beginnen und aufrechtzuerhalten, mit Meinungsverschiedenheiten umzugehen und sich klar zu artikulieren.

Erlernen von Fähigkeiten: Den Betroffenen werden pragmatische Strategien und Techniken vermittelt, um ihre sozialen Fähigkeiten zu verbessern. Rollenspiele, Verhaltensübungen und Modellierung spielen oft eine Rolle, um das Üben in einer unterstützenden, sicheren Umgebung zu erleichtern.

Übung und Feedback: Das Wiederholen und Üben in authentischen Situationen ist wichtig, um die neu erworbenen sozialen Kompetenzen zu festigen. Therapeuten geben Feedback und Hilfestellung, um den Betroffenen dabei zu helfen, ihre Fähigkeiten zu verfeinern und mit der Zeit mehr Selbstvertrauen zu entwickeln.

Generalisierung: Mit zunehmender Entwicklung der Fähigkeiten wird der Einzelne ermutigt, sie in verschiedenen sozialen Kontexten anzuwenden, seine Komfortzone allmählich zu erweitern und sich auf ein immer breiteres Spektrum sozialer Interaktionen einzulassen.

Einzel- vs. Gruppenformat: Auf die Bedürfnisse zugeschnitten

Das Training sozialer Kompetenzen kann sowohl im Einzel- als auch im Gruppenformat durchgeführt werden und bietet so die Möglichkeit, auf persönliche Vorlieben und Bedürfnisse einzugehen.

Gruppensitzungen schaffen eine unterstützende Umgebung für das Üben von Fähigkeiten mit Gleichgesinnten, während Einzelsitzungen eine persönliche Betreuung und maßgeschneiderte Entwicklung von Fähigkeiten ermöglichen.

Wissenschaftliche Validierung des TSK bei sozialer Angst

Forschungsergebnisse belegen die Wirksamkeit des Training sozialer Kompetenzen als wichtige Komponente bei sozialer Angst. Hier eine Auswahl bemerkenswerter Ergebnisse:

  • Forschungsergebnisse deuten darauf hin, dass Defizite in den sozialen Fähigkeiten zur Entwicklung von sozialer Angst beitragen können. Dies unterstreicht die potenzielle Rolle des Trainings sozialer Fähigkeiten bei der Behandlung sozialer Angst (Segrin, 1996).
  • Die Einbeziehung des TSK in KVT-Interventionen kann die Wirksamkeit der Behandlung von Kindern und Jugendlichen mit sozialer Angststörung erhöhen und die Ergebnisse der Intervention verbessern (Scaini et al., 2016).
  • Die Ergänzung der Behandlung von Jugendlichen mit sozialer Angststörung durch ein Training sozialer Kompetenzen verbessert nachweislich die Interventionsergebnisse, verringert das Vermeidungsverhalten und verbessert die Gesamtwirksamkeit (Olivares-Olivares et al., 2018).
  • Die Wirksamkeit einer schulbasierten Intervention mit Schwerpunkt auf sozialen Kompetenzen und Exposition wurde bei der Verringerung sozialer Ängste bei Jugendlichen nachgewiesen, wobei der Nutzen noch mindestens 6 Monate nach der Behandlung anhielt (Masia Warner et al., 2007).

Buchempfehlung: „Soziale Kompetenz kann man lernen

Wenn du deine sozialen Fähigkeiten verbessern möchtest, sei es im Selbststudium oder begleitend zum TSK, empfehlen wir das Buch „Soziale Kompetenz kann man lernen“ (hier erhältlich).

Die Autoren führen dich durch drei zentrale Bereiche, in denen du schrittweise deine soziale Kompetenz aufbaust. Sie zeigen dir ein Modell sozialer Interaktionen, das dir hilft, Beziehungen bewusster zu gestalten.

Von selbstbewusstem Eintreten für deine Rechte bis hin zum geschickten Werben um Sympathie – hier findest du vielfältige Strategien zur Erweiterung deiner sozialen Kompetenz.

TSK in die Therapie einbinden

Das TSK kann eine wertvolle Ergänzung zu verschiedenen therapeutischen Ansätzen sein. Für Menschen, die mit sozialen Problemen zu kämpfen haben, kann die Integration vom Training sozialer Kompetenzen ihre Fortschritte verstärken.

Es ist jedoch wichtig zu wissen, dass das TSK allein die Ursachen sozialer Ängste nicht behebt, es sei denn, das Hauptproblem ist ein Mangel an sozialen Fähigkeiten.

Um tiefer in das Training sozialer Kompetenzen bei sozialer Angst einzutauchen, empfehlen wir dir, hier zu klicken und unseren ausführlichen Leitfaden zu lesen.

Wir konzentrieren uns als nächstes auf die interpersonelle Therapie, einen beziehungsorientierten Ansatz, der darauf abzielt, die komplizierten Verbindungen zwischen unseren Gedanken, Gefühlen und zwischenmenschlichen Dynamiken zu entschlüsseln.

Interpersonelle Therapie

Wirksamkeit: Nachgewiesene Wirksamkeit
Verfügbarkeit: Mäßige Verfügbarkeit

Bei der Vertiefung der therapeutischen Möglichkeiten bei sozialer Angst stoßen wir auf die interpersonelle Therapie (IPT).

Bei diesem Ansatz geht es darum, das komplexe Geflecht aus zwischenmenschlichen Beziehungen und Emotionen zu verstehen und zu erkennen, wie diese mit deiner sozialen Phobie zusammenhängen und sie möglicherweise verursachen.

Die IPT verstehen

Die IPT konzentriert sich auf die Verbindungen zwischen dem Einzelnen und seinem Umfeld.

Sie erkennt an, dass unsere Beziehungen, sozialem Rollen und Interaktionen unser emotionales Wohlbefinden erheblich beeinflussen können.

Indem sie sich mit diesen Zusammenhängen befasst, zielt die IPT darauf ab, emotionale Belastungen zu lindern und gesündere Formen des Umgangs mit anderen zu entwickeln.

Die Herausforderungen der sozialen Angst meistern

Die IPT eignet sich besonders gut für Menschen, die mit sozialer Angst zu kämpfen haben.

Sie befasst sich damit, wie Beziehungen und soziale Dynamiken zur Entwicklung und Aufrechterhaltung von Ängsten beitragen.

Durch die Förderung des Selbstbewusstseins und die Erkundung von Verhaltensmustern kann der Einzelne die Wurzeln seiner sozialen Angst erkennen und darauf hinarbeiten, sie besser zu bewältigen.

Der IPT-Prozess: Wie sie funktioniert

Während der IPT arbeiten die Betroffenen mit einem Therapeuten zusammen, um problematische Beziehungsmuster und emotionale Auslöser zu erkennen.

Durch gezielte Gespräche und Erkundungen lernen die Betroffenen, mit sozialer Interaktion selbstbewusster umzugehen, Gefühle zu bewältigen und gesündere Grenzen zu ziehen.

Wissenschaftliche Validierung der IPT bei sozialer Angst

Zahlreiche Studien untermauern die Wirksamkeit der IPT bei sozialer Angst:

  • Eine Studie, in der kognitive Therapie und interpersonelle Therapie bei sozialer Phobie verglichen wurden, ergab, dass beide bei sozialen Ängsten gleich wirksam sind und die Verbesserungen bis zu einem Jahr nach der Behandlung anhielten (Borge et al., 2008).
  • In einem Vergleich von 14-wöchigen Einzelsitzungen einer IPT und einer unterstützenden Therapie bei sozialer Angststörung zeigten beide Ansätze eine signifikante Symptomverbesserung (Lipsitz et al., 2008).
  • Eine randomisierte, kontrollierte Studie, in der kognitive Therapie und IPT mit einer Wartelistenkontrolle für die Behandlung der sozialen Phobie verglichen wurden, zeigte erhebliche Verbesserungen bei beiden Therapien (Stangier et al., 2011).
  • Eine Studie mit College-Studenten ergab, dass IPT und KVT in der Gruppe die sozialen Ängste wirksam verringern, was für das Potenzial der IPT bei sozialer Angst spricht (Hui, 2011).
  • Eine andere Studie zeigte die Wirksamkeit von kognitiver und interpersoneller Psychotherapie bei der Verringerung sozialer Angst, wobei spezifische kognitive und interpersonelle Faktoren für die Verbesserungen verantwortlich waren (Hoffart el a., 2009).

Zugang zur IPT: Mäßig verfügbar

Obwohl die interpersonelle Therapie ein wertvoller Ansatz ist, ist sie nicht überall verfügbar. Sie wird nicht so häufig praktiziert wie andere Therapien wie KVT oder psychodynamische Therapie.

Einen IPT-Therapeuten oder eine IPT-Therapeutin zu finden, kann einige Mühe erfordern, vor allem in Regionen, in denen sie weniger häufig angeboten wird.

Im deutschsprachigen Raum ist die interpersonelle Therapie jedoch generell verfügbar, wenn du gezielt danach suchst.

Aufbruch zu einer Reise der Annäherung und des Wachstums

Die IPT zeichnet sich dadurch aus, dass sie den Schwerpunkt auf die Förderung sinnvoller Beziehungen und das Verständnis dafür legt, wie diese unsere Gefühlswelt prägen.

Bei sozialer Angst bietet die IPT einen Weg zu besseren Beziehungen und emotionalem Wohlbefinden.

Wir treten nun in den Bereich der Akzeptanz- und Commitment-Therapie ein, einem einzigartigen Ansatz, der Menschen dazu ermutigt, ihre Gefühle und inneren Werte anzunehmen und so ihre Widerstandskraft bei sozialer Angst zu stärken.

Wenn du mehr über IPT bei sozialer Angst erfahren möchtest, empfehlen wir dir, hier zu klicken und unseren ausführlichen Leitfaden zu lesen.

Akzeptanz- und Commitment-Therapie

Effektivität: Nachgewiesene Wirksamkeit
Verfügbarkeit: Mäßige Verfügbarkeit

Die Akzeptanz- und Commitment-Therapie (ACT) ist ein eigenständiger Ansatz zur Behandlung von sozialer Angst, der sich auf Akzeptanz, Achtsamkeit und ein wertebasiertes Leben konzentriert.

Auf der Grundlage der Verhaltenspsychologie befähigt die ACT Menschen, soziale Ängste zu bewältigen und sich dabei auf ihre Grundwerte zu besinnen.

ACT verstehen: Ein ganzheitlicher Ansatz gegen Ängste

ACT basiert auf der Erkenntnis, dass das Vermeiden unangenehmer Emotionen die Angst nur aufrechterhält.

Anstatt zu versuchen, die Angst zu beseitigen, ermutigt ACT die Menschen, ihre Emotionen zu akzeptieren und fördert so die so genannte psychologische Flexibilität.

Die sechs Kernprozesse von ACT

(1) Kognitive „Defusion“: Lernen, die Gedanken zu beobachten, ohne von ihnen kontrolliert zu werden, und so die Beziehung zu ängstlichen Gedanken zu verändern.

(2) Akzeptanz: Emotionen, einschließlich der Angst, annehmen, ohne sie zu verurteilen oder zu versuchen, sie zu unterdrücken.

(3) Achtsamkeit im gegenwärtigen Moment: Sich auf den gegenwärtigen Moment konzentrieren und sich voll und ganz auf die Erfahrungen einlassen, anstatt sich mit Sorgen zu beschäftigen.

(4) Das Selbst als Kontext: Erkennen, dass das eigene Selbstverständnis nicht auf ängstliche Gedanken oder Gefühle beschränkt ist.

(5) Klärung der Werte: Persönliche Werte erkennen und sich zu Handlungen entschließen, die mit diesen Werten übereinstimmen.

(6) Engagiertes Handeln: Zielgerichtetes Handeln, das mit den Werten übereinstimmt, auch wenn man Angst hat.

Förderung der psychologischen Flexibilität

ACT zielt darauf ab, die psychologische Flexibilität zu verbessern – die Fähigkeit, sich anzupassen und effektiv auf die sich ständig verändernden Herausforderungen des Lebens zu reagieren.

Indem man die Angst als Teil der menschlichen Erfahrung begreift und sich auf werteorientiertes Handeln konzentriert, kann man die Auswirkungen der Angst auf das eigene Leben verringern.

Wissenschaftliche Validierung von ACT bei sozialer Angst

Die Forschung zeigt, dass ACT-Interventionen das emotionale Wohlbefinden verbessern, die psychologische Flexibilität erhöhen und die Vermeidung sozialer Situationen verringern. Hier ein kleiner Einblick in die Forschung:

  • ACT reduziert nachweislich die Symptome von sozialer Angststörung, verbessert die psychologische Flexibilität und das Selbstmitgefühl und geht gleichzeitig auf äußere Scham und Schwierigkeiten bei der Emotionsregulierung ein (Khoramnia et al., 2020).
  • Die über das Internet durchgeführte ACT hat sich als wirksam erwiesen, um allgemeine und soziale Angstsymptome zu verringern (Ivanova et al., 2016).
  • Rigorose Studien deuten darauf hin, dass ACT eine vielversprechende Alternative zu etablierten kognitiven Verhaltenstherapien bei Angststörungen, einschließlich sozialer Angststörung, darstellt und eine evidenzbasierte therapeutische Option bietet (Landy et al., 2015).
  • Ein Selbsthilfeansatz, der auf Achtsamkeit und Akzeptanz basiert, hat sich als wirksam bei der Verringerung sozialer Ängste erwiesen und zeigt positive Veränderungen bei den damit verbundenen Faktoren (Kocovski et al., 2019).
  • Die Forschung unterstreicht die Wirksamkeit von ACT bei der Verringerung von Ängsten, Depressionen und sozialer Phobie bei Schüler*innen und unterstreicht damit ihr Potenzial als wirksame psychologische Intervention (Molavi et al., 2014).

Buchempfehlung: The Mindfulness and Acceptance Workbook for Social Anxiety and Shyness

Wenn du solide Englischkenntnisse hast und dich dafür interessierst, deine soziale Angst mit Hilfe von ACT anzugehen, ist „The Mindfulness and Acceptance Workbook for Social Anxiety and Shyness“ ein wertvolles Hilfsmittel (hier im deutschsprachigen Raum erhältich).

Das von renommierten Experten entwickelte Arbeitsbuch kombiniert psychologische Erkenntnisse mit praktischen Übungen, die den Lesern helfen, Schüchternheit und soziale Angst zu überwinden.

Mit seinem evidenzbasierten Ansatz und seiner nachgewiesenen Wirksamkeit bietet dieses Arbeitsbuch einen Weg zu mehr sozialem Selbstbewusstsein und Wohlbefinden.

Die Reise mit ACT antreten

Die Akzeptanz- und Commitment-Therapie befähigt Menschen dazu, trotz ihrer Ängste ein erfülltes Leben zu führen.

Sie gibt ihnen die Werkzeuge an die Hand, um sich ihrer Angst zu stellen, sich auf sinnvolle Weise zu verhalten und ein vielfältiges, erfülltes Leben zu führen.

Als Nächstes werden achtsamkeits- und mitfühlungsbasierte Therapien vorgestellt. Diese Ansätze bieten einen einmaligen Weg zur Bewältigung der sozialen Angst, indem sie die Selbstwahrnehmung, die emotionale Regulierung und das Selbstmitgefühl fördern.

Um tiefer in die ACT einzusteigen, empfehlen wir dir, hier zu klicken, um unseren ausführlichen Leitfaden zur Akzeptanz- und Commitment-Therapie bei sozialer Phobie zu lesen.

Achtsamkeits- und mitgefühlsbasierte Therapien

Wirksamkeit: Nachgewiesene Wirksamkeit
Verfügbarkeit: Mäßige Verfügbarkeit

Achtsamkeits- und mitgefühlsbasierte Ansätze bieten innovative Methoden zur Bewältigung der sozialen Angst, indem sie das Bewusstsein für den gegenwärtigen Moment und die Selbstliebe fördern.

Diese Praktiken befähigen Menschen, soziale Herausforderungen mit Resilienz und Selbstmitgefühl zu meistern.

Achtsamkeit: Mit Offenheit die Gegenwart wahrnehmen

Achtsamkeit bedeutet, Gedanken, Gefühle und Körperempfindungen vorurteilsfrei zu beobachten.

Bei sozialer Angst hilft Achtsamkeit dabei, sich von ängstlichen Narrativen zu lösen, die emotionale Reaktivität zu reduzieren und Raum für bewusste Reaktionen auf Auslöser zu schaffen.

Selbstmitgefühl: Eine verlässliche Quelle für Selbstwertgefühl

Mitgefühl, insbesondere Selbstmitgefühl, wirkt wie Balsam auf die Wunden sozialer Angst.

Selbstmitgefühl stärkt den Sinn für Wertschätzung und Zugehörigkeit und ermöglicht es den Menschen, soziale Interaktionen aus einem Gefühl der Selbstsicherheit und echten Verbundenheit heraus zu steuern.

Werfen wir einen Blick auf vier therapeutische Interventionen, die auf Achtsamkeit und Mitgefühl beruhen

Achtsamkeitsbasierte kognitive Therapie (MBCT)

MBCT kombiniert Achtsamkeitspraktiken mit kognitiven Therapietechniken.

Durch Achtsamkeit lernen Menschen, ihre Gedanken und Gefühle zu beobachten, ohne sie zu bewerten, und entwickeln so ein geschicktes Bewusstsein, das die Ketten gewohnheitsmäßiger, selbstabwertender Denkmuster durchbricht.

Diese neu gewonnene Perspektive befähigt die Menschen, sozialen Situationen mit Gleichmut und einem geerdeten Selbstbewusstsein zu begegnen.

Achtsamkeitsbasierte Stressreduktion (MBSR)

MBSR stattet Menschen mit Achtsamkeitswerkzeugen aus, um Stress und Ängste besser zu meistern.

Durch die Vertiefung der Achtsamkeitspraxis werden die Teilnehmer*innen in die Lage versetzt, sich von den Turbulenzen ängstlicher Gedanken und Empfindungen abzukoppeln.

Diese tiefe Präsenz ermöglicht es ihnen, sozialen Interaktionen mit Authentizität, Gelassenheit und einer geringeren Angst vor Verurteilungen zu begegnen.

Mitgefühlsfokussierte Therapie (CFT)

Die CFT erkennt die harsche Selbstkritik an, die häufig bei sozialer Angst auftritt.

Durch die Förderung des Selbstmitgefühls lernen die Menschen, ihre Verletzlichkeit anzunehmen und ihren inneren Aufruhr zu lindern.

So entsteht ein emotionales Refugium, das die Fähigkeit stärkt, sich aus einer Position der Selbstakzeptanz und Wärme heraus auf soziale Situationen einzulassen.

Achtsames Selbstmitgefühl (MSC)

MSC stärkt die Fähigkeit zur Selbstfürsorge durch die Verbindung von Achtsamkeits- und Mitgefühlsübungen.

Indem sie die gleiche Fürsorge und das gleiche Verständnis, das sie ihren Freunden und Angehörigen entgegenbringen, auch auf sich selbst anwenden, schaffen sich Betroffene ein Reservoir an emotionaler Widerstandsfähigkeit.

Diese Quelle des Mitgefühls dient als eine Art Leuchte, die sie durch die Schatten der sozialen Angst führt.

Wissenschaftliche Validierung der Wirksamkeit bei sozialer Angst

Die Wirksamkeit von achtsamkeits- und mitgefühlsbasierten Strategien bei sozialer Angst wird immer wieder bestätigt: Sie reduzieren nachweislich Angstsymptome, fördern die emotionale Regulierung und das allgemeine Wohlbefinden. Hier ist eine Momentaufnahme bemerkenswerter Ergebnisse:

  • Achtsamkeitsübungen können die selbstbezogene Aufmerksamkeit, verzerrtes Denken, Vermeidungsverhalten und soziale Unsicherheit eindämmen, was auf ihre potenzielle Wirksamkeit bei sozialer Angst hindeutet (Noda et al., 2022).
  • Achtsamkeitspraxis verbessert die Emotionsregulation und mildert die Angstsymptome bei Jugendlichen mit sozialer Angst (Hambour et al., 2018).
  • Erste Pilotergebnisse deuten darauf hin, dass die Mitgefühlsfokussierte Therapie (CFT) vielversprechend ist, wenn es um Selbstmitgefühl, Scham, Selbstkritik und soziale Angst geht, wobei die Teilnehmer*innen jedoch uneinheitlich reagieren (Boersma et al., 2015).
  • Die Förderung von Selbstmitgefühl hat das Potenzial, bei sozialer Angst von Jugendlichen zu helfen, da es einen umgekehrten Zusammenhang mit sozialer Phobie gibt und Faktoren wie Angst vor negativer Bewertung und kognitiver Vermeidung eine Rolle spielen können (Gill et al., 2018).
  • MBSR reduziert effektiv die emotionale Reaktivität und verbessert die Emotionsregulation bei sozialer Angststörung (Goldin & Gross, 2010).
  • MBCT stärkt das Selbstwertgefühl und reduziert die Symptome sozialer Angst (Ebrahiminejad et al., 2016).
  • Die Kultivierung von Selbstmitgefühl lindert effektiv die Symptome sozialer Angst und schützt vor deren Entwicklung (McBride et al., 2022).
  • Eine aktuelle Meta-Analyse bestätigt, dass achtsamkeitsbasierte Interventionen das Potenzial haben, soziale Angstsymptome zu reduzieren und gleichzeitig depressive Symptome zu lindern sowie Achtsamkeit, Lebensqualität und Selbstmitgefühl zu verbessern (Liu et al., 2021).

App-Empfehlung: Headspace

Um in Achtsamkeits- und Meditationspraktiken einzutauchen, empfehlen wir die Headspace-App.

Mit ihrer benutzerfreundlichen Oberfläche und den von Experten angeleiteten Meditationen bietet Headspace eine unkomplizierte Plattform, um Achtsamkeit und Selbstmitgefühl zu kultivieren und Menschen mit sozialer Angst auf ihrem Weg zum Wachstum zu unterstützen.

Untersuchungen zeigen, dass sich Reizbarkeit, Affektivität und Stress durch äußere Einflüsse deutlich verbessern (Economides et al., 2018) und Angst und Sorgen nach vierwöchiger Nutzung von Headspace abnehmen (Abbott et al., 2023).

Eine systematische Übersichtsarbeit, die die Wirksamkeit von Achtsamkeits-Apps, einschließlich Headspace, unter Berücksichtigung von Interessenkonflikten untersuchte, kam zu dem Schluss, dass die Ergebnisse der Studien zu Headspace vielversprechend sind (O’Daffer et al., 2022).

Wenn du unten klickst, kannst du Headspace 7-14 Tage lang kostenlos testen und erleben, wie die App dir helfen kann, Achtsamkeit in deinen Alltag zu integrieren. Falls die App auf Englisch erscheint, keine Sorge: Du kannst in den Einstellungen nach dem Herunterladen ganz einfach zu Deutsch wechseln.

Wenn du Studentin oder Student bist, kannst du auch einen auf deine Bedürfnisse zugeschnittenen Rabatt erhalten, indem du unten klickst (du kannst die App trotzdem 7-14 Tage lang kostenlos testen, um zu sehen, ob sie dir hilft).

Buchempfehlung: Selbstmitgefühl Schritt für Schritt

Wenn du dich für die Kultivierung von achtsamem Selbstmitgefühl als Mittel zur Bewältigung deiner sozialen Angst interessierst, empfehlen wir dir „Selbstmitgefühl Schritt für Schritt“ von Kristin Neff (hier erhältlich).

Dieses Buch stellt die Wirkungen des Selbstmitgefühls vor und bietet eine praktische Anleitung, um ein dauerhaftes und unerschütterliches Gefühl für unseren menschlichen Selbstwert zu entwickeln.

Das von zwei renommierten Experten für Selbstmitgefühl, Kristin Neff und Christopher Germer, entwickelte Programm ist wissenschaftlich fundiert und hat sich in der Praxis bewährt.

Achtsamkeit und Selbstmitgefühl nutzen

Bei den therapeutischen Ansätzen, die wir in diesem Abschnitt besprochen haben, werden die Werkzeuge Achtsamkeit und Mitgefühl zu Verbündeten, die den Betroffenen helfen, die Fesseln der sozialen Angst zu überwinden.

Die Verfügbarkeit dieser Ansätze kann je nach Ort variieren, aber für diejenigen, die Zugang dazu haben, versprechen diese Ansätze eine positivere, vernetztere und authentischere Art, sich in der Welt zu bewegen.

Wenn du mehr über mitgefühlsbasierte Therapien bei sozialer Angst, insbesondere die CFT und MSC, erfahren möchtest, kannst du hier klicken, um unseren ausführlichen Artikel zu lesen.

Als Nächstes untersuchen wir die Kraft der kollektiven Unterstützung durch Gruppentherapie als wirksames Mittel zur Bewältigung sozialer Ängste.

Gruppentherapie

Effektivität: Nachgewiesene Effektivität
Verfügbarkeit: Mäßige Verfügbarkeit

Die Gruppentherapie ist ein wertvoller Ansatz zur Bewältigung sozialer Ängste, indem sie die Kraft der kollektiven Unterstützung und der gemeinsamen Erfahrungen nutzt.

Sie findet in einem kollektiven Umfeld statt, in dem Menschen mit gleichen Problemen unter der Leitung eines erfahrenen Therapeuten zusammenkommen.

Die Gruppendynamik: Gemeinsame Erlebnisse

Die Gruppentherapie bietet ein besonderes Umfeld, in dem Menschen mit sozialer Angst zusammenkommen, um ihre Schwierigkeiten zu erforschen, ihre Erfahrungen auszutauschen und sich gegenseitig zu unterstützen.

Die gemeinsamen Erfahrungen in der Gruppe fördern ein Gefühl der Zugehörigkeit und Gemeinschaft und lindern oft das Gefühl der Isolation.

Gemeinsames Lernen: Einblicke gewinnen

In einer Gruppe lernen die Teilnehmenden von den Erfolgen, Rückschlägen und Bewältigungsstrategien der anderen.

Durch den Austausch von Erfahrungen und Erkenntnissen gewinnen die Teilnehmer*innen oft neue Einsichten in ihre eigene soziale Angst und lernen, wie sie diese effizient handhaben können.

Kompetenzentwicklung: Praxis im wirklichen Leben

In Gruppentherapien werden häufig Übungen zum Aufbau von Fähigkeiten und Rollenspiele durchgeführt, bei denen die Teilnehmer*innen ihre sozialen Fähigkeiten üben und konstruktives Feedback von Gleichgesinnten erhalten können.

Diese praktische Übung kann das Selbstvertrauen und die Kompetenz in verschiedenen sozialen Situationen erheblich steigern.

Schwierigkeiten und Triumphe: Emotionale Resonanz

Das Teilen von Herausforderungen und Erfolgen in einer sicheren und unterstützenden Gruppenumgebung erzeugt emotionale Resonanz.

Die Gruppe wird zu einem Raum, in dem Einzelne offen ihre Gefühle ausdrücken können und Bestätigung, Ermutigung und Einfühlungsvermögen von anderen erhalten, die sie wahrhaftig verstehen.

Komplementär zur Einzeltherapie: Den Ansatz anpassen

Für manche ist die Gruppentherapie die primäre Form der Behandlung ihrer sozialen Angst.

Andere entscheiden sich für eine Kombination aus Gruppentherapie und Einzeltherapie, um die Vorteile beider Formen zu nutzen.

Die Entscheidung hängt von individuellen Vorlieben und Therapiezielen ab.

Wissenschaftliche Validierung der Gruppentherapie bei sozialer Angst

Die Wirksamkeit der Gruppentherapie bei sozialer Angst wird durch solide Forschungsergebnisse untermauert, die ihr Potenzial zur Linderung von Angstsymptomen und zur Förderung des allgemeinen Wohlbefindens hervorheben.

  • Studien deuten darauf hin, dass eine kognitiv-behaviorale Gruppentherapie die Symptome sozialer Ängste bei weiblichen Jugendlichen deutlich reduzieren und sogar das Risiko einer schweren Depression bei Personen mit einer depressiven Vorgeschichte senken kann (Hayward et al., 2000).
  • Eine systematische Überprüfung mehrerer Artikel zeigt, dass die kognitive Verhaltenstherapie bei Kindern und Jugendlichen positive Ergebnisse bei der Verringerung sozialer Angstsymptome und damit verbundener Probleme wie Depressionen und Ängste erzielt (Kaval & Sütcü, 2016).
  • Eine Metaanalyse mit Daten aus 36 randomisiert-kontrollierten Studien kommt zu dem Schluss, dass die Gruppentherapie bei sozialer Angst genauso wirksam ist wie eine individuelle Psychotherapie oder eine Pharmakotherapie (Barkowski et al., 2016).

Buchempfehlung: Die Schopenhauer-Kur

Die Schopenhauer-Kur“ von Irvin Yalom ist ein fesselnder Roman, der einen einzigartigen Einblick in die Welt der Gruppentherapie gibt (hier erhältlich).

Dieses Buch ist zwar kein Selbsthilfebuch, aber es befasst sich mit den Feinheiten der Gruppendynamik und bietet wertvolle Einblicke in die Art und Weise, wie sich eine Therapie in einem kollektiven Umfeld entfaltet.

Sehr empfehlenswert für alle, die sich für die tiefgreifenden Auswirkungen der Gruppentherapie und ihr transformatives Potenzial in einem fiktiven Kontext interessieren.

Die Stärke der Gruppe

Gruppentherapie fördert das Zugehörigkeitsgefühl und reduziert das Gefühl der Isolation, das bei Menschen mit sozialer Angst häufig auftritt.

Durch die gemeinsame Bewältigung sozialer Herausforderungen können die Teilnehmer*innen Selbstvertrauen aufbauen, Beziehungen pflegen und ein Gefühl der Gemeinschaft entwickeln.

Diese gemeinsame Reise fördert ein besseres Verständnis für sich selbst und andere und ebnet den Weg für eine dauerhafte Veränderung auf dem Weg zur Überwindung sozialer Angst.

Wenn du mehr über Gruppentherapie bei sozialer Angst erfahren möchtest, empfehlen wir dir, hier zu klicken und unseren ausführlichen Leitfaden zu lesen.

B. Vielversprechende Therapien mit weniger etablierter Wirksamkeit

Psychoanalyse

Wirksamkeit: Potenzielle Wirksamkeit
Verfügbarkeit: Weit verbreitete Verfügbarkeit

Im Bereich der therapeutischen Möglichkeiten erweist sich die Psychoanalyse als ein respektables Unterfangen, das in die Tiefen des Geistes vordringt.

Im Gegensatz zu konventionellen Therapien bezeichnen viele Befürworter die Psychoanalyse nicht als „Therapie“, sondern als einen Prozess der Selbsterforschung, der die komplizierte Struktur unserer inneren Welt durchdringt.

Um Missverständnissen vorzubeugen: Streng genommen ist die Psychoanalyse ein Teil der psychodynamischen Therapie, die wir oben bereits besprochen haben.

In der Tat bildet die Psychoanalyse das Fundament, auf dem die gesamte psychodynamische Therapie aufgebaut ist.

In diesem Abschnitt beziehen wir uns jedoch auf die traditionellere Psychoanalyse, wie sie auch heute noch praktiziert wird.

Verwurzelt in Freuds Vision, weiterentwickelt durch moderne Einsichten

Die Psychoanalyse geht auf die bahnbrechende Arbeit von Sigmund Freud zurück und ist eine introspektive Reise, die darauf abzielt, die unbewussten Elemente zu beleuchten, die unsere Gedanken, Gefühle und Verhaltensweisen beeinflussen.

Freuds Grundgedanken sind zwar nach wie vor aktuell, aber die Psychoanalyse hat sich im Laufe der Zeit weiterentwickelt und die Erkenntnisse einer Vielzahl von Psychoanalytikern integriert, wodurch ein reichhaltiger und nuancierter Ansatz entstanden ist.

Die komplexen Schichten freilegen

Die Psychoanalyse bietet eine einzigartige Perspektive für das Verständnis sozialer Ängste.

Indem sie tief in vergangene Erfahrungen, frühe Beziehungen und die unbewussten Unterströmungen, die unser Leben prägen, eintaucht, können Betroffene die verborgenen Ursprünge ihrer sozialen Angst aufdecken.

Diese intensive Erforschung deckt die komplexen Schichten auf, die zu sozialer Angst beitragen, und ebnet den Weg für eine transformative Selbsterkenntnis, die oft zu tiefgreifenden Veränderungen in der Gegenwart führt.

Dauer und Häufigkeit

Im Gegensatz zu zeitlich begrenzten Therapien zeichnet sich die Psychoanalyse durch ihre längere Dauer und Häufigkeit aus.

Die Sitzungen finden in der Regel ein- bis dreimal pro Woche statt und fördern die Entwicklung einer tiefgreifenden therapeutischen Beziehung. Dieser schrittweise Ansatz ermöglicht es, die komplexen Facetten der sozialen Angst zu erforschen.

Die Psychoanalyse erstreckt sich in der Regel über mehrere Jahre und bietet ausreichend Zeit, um tiefgreifende Erkenntnisse zu gewinnen, auch wenn die Dauer in manchen Fällen vergleichsweise kürzer sein kann.

Herausforderungen in der Forschung und Effektivität

Die Bewertung der Wirksamkeit der Psychoanalyse bei sozialer Angst stellt eine besondere Herausforderung dar. Da die Psychoanalyse sehr individuell und auf die Bedürfnisse des Einzelnen zugeschnitten ist, ist eine standardisierte Forschung schwierig.

Daher sind die empirischen Belege für die Wirksamkeit der Psychoanalyse bei sozialer Angst im Vergleich zu anderen Therapieformen relativ begrenzt. Das bedeutet jedoch nicht, dass sie nicht wirksam ist, wie oft fälschlicherweise angenommen wird.

Eine Studie von McEvoy, O’Connor & McCarthy aus dem Jahr 2016 untersuchte diesen komplexen Bereich. Zur Behandlung der sozialen Angststörung untersuchten sie Betroffene anhand psychoanalytisch fundierter Interviews.

Aus den Erfahrungen der Teilnehmer*innen ergaben sich vier Schwerpunkte, die das komplizierte Geflecht ihrer Schwierigkeiten anschaulich illustrieren:

„Eine kritische Stimme“ zeigt die anhaltenden Auswirkungen negativer elterlicher Interaktionen auf das Selbstwertgefühl, die oft aus unberechenbaren und kritischen väterlichen Beziehungen resultieren.

„Passive Präsenz“ zeigt, wie frühe Dynamiken die Teilnehmer*innen daran hinderten, sich selbstbewusst auf die Außenwelt einzulassen, was eine Folge unzureichender elterlicher Unterstützung war.

„Versagen beim Start“ beschreibt die Herausforderungen der jugendlichen Individuation, die auf negative frühe Erfahrungen zurückzuführen sind und zu anhaltender sozialer Angst führen.

„Eine Maske der Perfektion“ zeigt, wie soziale Angst Menschen dazu bringt, eine Fassade aufzubauen, die durch frühere Erfahrungen mit widersprüchlichen elterlichen Botschaften und dem Bedürfnis nach äußerer Anerkennung bestimmt wird.

Auch wenn diese Erkenntnisse die Wirksamkeit der Psychoanalyse bei sozialer Angst nicht entscheidend belegen, unterstreichen sie doch ihr Potenzial als unschätzbares Instrument, um die Ursachen sozialer Angst zu ergründen – eine Voraussetzung, um diese richtig anzugehen.

Weiterführende Informationen

Wenn du dich eingehender mit der Psychoanalyse bei sozialer Angst befassen möchtest, laden wir dich ein, unseren ausführlichen Artikel zu diesem Thema zu lesen. Du kannst ihn aufrufen, indem du hier klickst.

Eine aufschlussreiche Reise der Selbsterkundung

Geprägt von Freuds Erkenntnissen und bereichert durch moderne Perspektiven, bietet die Psychoanalyse die Möglichkeit, die verborgenen Pfade, die zu sozialer Angst führen, zu erhellen und die Betroffenen zu einer tiefgreifenden und transformativen Erkundung des eigenen Selbst einzuladen.

Bei der weiteren Erkundung der therapeutischen Ansätze richten wir unsere Aufmerksamkeit nun auf die humanistisch-existentielle Therapie, die die Selbstverwirklichung und das persönliche Wachstum des Einzelnen in den Mittelpunkt ihrer Philosophie stellt.

Humanistisch-existentialistische Therapie

Wirksamkeit: Potenzielle Wirksamkeit
Verfügbarkeit: Mäßige Verfügbarkeit

Die humanistisch-existentielle Therapie bietet einen tiefgreifenden Ansatz zur Bewältigung sozialer Angst, indem sie persönliches Wachstum, Authentizität und die Erforschung existenzieller Probleme in den Mittelpunkt stellt.

Diese Therapie taucht in die Tiefen der individuellen Erfahrung ein, fördert die Selbstentdeckung und befähigt den Einzelnen, seine Ängste zu bewältigen.

Im Mittelpunkt dieser Therapie steht der Glaube an den Wert jedes Einzelnen, der von Therapeuten mit bedingungsloser Wertschätzung unterstützt wird.

So entsteht ein urteilsfreier Raum für die Erkundung von Gedanken, Gefühlen und Befürchtungen.

Selbsterkundung und Selbstverwirklichung: Eine Reise ins Innere

Dieser Ansatz ermutigt zur Selbsterkundung und Selbstverwirklichung – dem Prozess der Realisierung des eigenen einzigartigen Potenzials.

Durch die Auseinandersetzung mit den eigenen Werten, Wünschen und Zielen können die Betroffenen angstauslösende Situationen mit mehr Klarheit und Selbstvertrauen angehen.

Sie lernen, ihre Handlungen an ihrem authentischen Selbst auszurichten, was die Auswirkungen angstgetriebener Befürchtungen verringert und ein Gefühl echter Verbundenheit mit anderen fördert.

Existenzielle Sorgen: Die Auseinandersetzung mit dem Sinn des Lebens

Im Rahmen der humanistisch-existentiellen Therapie überschneidet sich die Auseinandersetzung mit existenziellen Fragen direkt mit der Bewältigung der sozialen Angst.

Mit diesem Ansatz lassen sich Themen wie die Furcht vor Ablehnung und die Suche nach dem Sinn des Lebens, die häufig bei sozialer Angst eine Rolle spielen, besonders gut angehen.

Indem sie sich mit diesen tiefgreifenden Themen auseinandersetzen, begeben sich die Betroffenen auf einen Prozess der Selbstbeobachtung, der die Wurzeln ihres Problems aufdeckt.

Die Erforschung dieser Themen bietet einen tiefen Einblick in die Hintergründe sozialer Ängste.

Durch die Analyse dieser Faktoren erhalten die Betroffenen ein klareres Verständnis der zugrundeliegenden Auslöser, so dass sie ihre Schwierigkeiten effektiver angehen und bewältigen können.

Wissenschaftliche Validität: Ein philosophischer Ansatz

Das philosophische Fundament der humanistisch-existentiellen Therapie ist die Abneigung, Menschen in diagnostische Etiketten oder vordefinierte Kategorien einzuordnen.

Diese besondere Herangehensweise an das Verstehen menschlicher Erfahrungen trägt dazu bei, dass es nur wenige Forschungsarbeiten in diesem Bereich gibt.

Die Prinzipien und Techniken der humanistisch-existentiellen Therapie, einschließlich der therapeutischen Allianz, der Selbsterfahrung und der existenziellen Erkundung, haben sich jedoch bei der Behandlung von Angststörungen bewährt.

Carl Rogers, eine prominente Persönlichkeit auf diesem Gebiet, stellte positive Ergebnisse bei der Anwendung der humanistisch-existentiellen Therapie zur Behandlung von Angststörungen fest (Rogers, 1957).

Der Fokus auf Selbsterkenntnis und Akzeptanz ist ein vielversprechender Weg, um die Komplexität der sozialen Angst zu bewältigen und den Betroffenen Werkzeuge an die Hand zu geben, mit denen sie ihre sozialen Herausforderungen sinnvoller angehen und innerlich wachsen können.

Wachstum und Authentizität annehmen

In der humanistisch-existentiellen Therapie geht es darum, tief sitzende Werte zu erforschen, sich mit existenziellen Sorgen auseinanderzusetzen und die persönliche Authentizität zu fördern.

Wenn du dich zur Selbsterkenntnis hingezogen fühlst und bereit bist, deine soziale Angst durch Wachstum zu bewältigen, könnte dieser Ansatz für dich interessant sein.

Um mehr über die humanistisch-existentielle Therapie bei sozialer Angst zu erfahren, empfehlen wir dir, hier zu klicken und unseren vollständigen Leitfaden zu lesen.

Als Nächstes befassen wir uns mit der Schematherapie, einem umfassenden Ansatz, bei dem tief verwurzelte Muster und Überzeugungen untersucht werden, um herauszufinden, wie sie zu sozialer Angst beitragen.

Schematherapie

Wirksamkeit: Potenzielle Wirksamkeit
Verfügbarkeit: Mäßige Verfügbarkeit

Die Schematherapie, ein umfassender und integrativer Ansatz, bietet einen Blick auf die tief verwurzelten Muster und Überzeugungen, die unsere Gedanken, Gefühle und Verhaltensweisen prägen.

Die von Dr. Jeffrey Young entwickelte Schematherapie verbindet kognitiv-behaviorale Techniken mit Elementen der psychodynamischen Therapie, der emotionsfokussierten Therapie und der Bindungstheorie.

Die Wurzeln der Schematherapie

Im Mittelpunkt der Schematherapie steht die Annahme, dass in uns frühe maladaptive Schemata stecken – tief verwurzelte Muster, die durch unerfüllte emotionale Bedürfnisse in der Kindheit entstanden sind.

Diese dauerhaften Schemata spielen eine zentrale Rolle bei verschiedenen psychologischen Herausforderungen, darunter auch bei sozialer Angst.

Manifestationen bei sozialer Angst

Bei sozialer Angst äußern sich diese Schemata oft in Form von selbstkritischen Gedanken, übermäßiger Angst vor Ablehnung und negativer Selbstwahrnehmung.

In der Schematherapie geht es darum, diese Muster zu erkennen, ihre Ursprünge zu verstehen und sie mit verschiedenen Techniken aufzulösen.

Der therapeutische Prozess

Der therapeutische Prozess umfasst in der Regel die Identifizierung bestimmter Schemata, die mit sozialer Angst zusammenhängen, die Erforschung der zugrundeliegenden Wurzeln und die Auseinandersetzung mit den damit verbundenen Bewältigungsstrategien, die möglicherweise nicht mehr sinnvoll sind.

Während der Therapie nehmen die Klienten an erfahrungsorientierten Techniken wie Imagination und Stuhlarbeit teil.

Bei der Stuhlarbeit können die Betroffenen ihre Schemata anschaulich durchleben und neu gestalten. Dieser Prozess fördert die emotionale Heilung und führt zu transformativen Veränderungen.

Ein nuancierter Ansatz

Die Schematherapie bietet einen differenzierten Ansatz, bei dem die Verflechtung von Gedanken, Gefühlen und früheren Erfahrungen erkannt wird.

Durch die Auseinandersetzung mit den zugrunde liegenden Mustern können Menschen gesündere Bewältigungsmechanismen und ein authentischeres Selbstverständnis entwickeln.

Wissenschaftliche Validität: Vielversprechend bei sozialer Angst

Die Schematherapie hat sich im Laufe der Jahre weiterentwickelt und erfreut sich zunehmender Beliebtheit. Ihre Anwendung bei sozialer Angst gilt als besonders vielversprechend, da sie sich auf die Entstehung und Aufrechterhaltung tief verwurzelter Überzeugungen konzentriert.

  • Die Forschung unterstreicht das Potenzial der Schematherapie bei sozialer Angst, indem sie maladaptive Schemamodi wie das verletzliche Kind und den strafenden Kritiker aufzeigt (Norton et al., 2023).
  • Die Schematherapie ist vielversprechend bei sozialer Angst, denn Studien zeigen Verbesserungen bei störungsspezifischen Symptomen und maladaptiven Schemata. Dies unterstreicht ihr Potenzial, die Feinheiten sozialer Ängste anzugehen (Peeters et al., 2022).
  • Die innovative Kombination von Schematherapie mit Exposition und Reaktionsvermeidung bietet Hoffnung für Patienten mit chronischer Angst und komorbider Persönlichkeitsstörung, die nicht auf Standardtherapie ansprechen (Peeters, Stappenbelt, et al., 2021).
  • Laufende Forschungsarbeiten, in denen kognitive Verhaltenstherapie und Schematherapie bei sozialer Angst verglichen werden, unterstreichen die Rolle der Schematherapie bei der Behandlung sozialer Angst in einem Gruppensetting (Baljé et al., 2016).
  • Die Forschung unterstreicht das Zusammenspiel zwischen frühen maladaptiven Schemata und automatischen Gedanken bei Jugendlichen mit sozialer Angst. Bestimmte Schemata spielen eine zentrale Rolle bei der Entwicklung und dem Fortbestehen sozialer Ängste und geben Aufschluss darüber, wie die Schematherapie auf diese zugrunde liegenden Mechanismen abzielen könnte (Calvete et al., 2013).

Mit weiteren Forschungsergebnissen wird sich die Wirksamkeit der Schematherapie bei sozialer Angst voraussichtlich weiter verfestigen.

Erwägungen zur Verfügbarkeit

Obwohl die Schematherapie immer beliebter wird und immer mehr Therapeuten in ihren Techniken geschult werden, ist sie nach wie vor nicht überall verfügbar.

Je nach Standort kann der Zugang zu ausgebildeten Therapeuten, die die Schematherapie anwenden, sehr unterschiedlich sein.

Wenn sich die Gelegenheit ergibt, die Schematherapie als möglichen Weg zur Behandlung deiner sozialen Angst zu erkunden, kann sie eine lohnende Option sein.

Wenn du mehr über die Schematherapie erfahren möchtest und darüber, wie sie bei sozialer Angst helfen kann, laden wir dich ein, hier zu klicken und unseren Artikel zu lesen, in dem dieses Thema ausführlicher behandelt wird.

Als Nächstes wenden wir uns der metakognitiven Therapie zu, einem innovativen Ansatz, der auf die Denkprozesse abzielt, die der sozialen Angst zugrunde liegen, um eine dauerhafte Veränderung zu fördern.

Metakognitive Therapie

Wirksamkeit: Potenzielle Wirksamkeit
Verfügbarkeit: Begrenzte Verfügbarkeit

Die metakognitive Therapie (MCT) ist ein einzigartiger Ansatz, der sich darauf konzentriert, die Gedankenprozesse, die der Angst zugrunde liegen, zu verstehen und zu verändern. Sie unterscheidet sich von der KVT, die sich in erster Linie mit den spezifischen Inhalten der Gedanken befasst.

Die MCT verlagert den Schwerpunkt auf das „Denken über das Denken“ und befähigt den Einzelnen, seine kognitiven Muster und emotionalen Reaktionen zu beherrschen.

Kognitive Muster angehen

Bei MCT liegt der Schwerpunkt auf der Identifizierung und Infragestellung maladaptiver Denkmuster und Überzeugungen über das Selbst und soziale Situationen.

Anstatt sich direkt mit dem Inhalt der Gedanken zu befassen, zielt MCT auf metakognitive Prozesse wie Grübeln, Sorgen und die Überwachung von Bedrohungen ab.

Durch diesen Ansatz lernen die Betroffenen, ihre nicht hilfreichen Denkgewohnheiten zu erkennen und Strategien zu entwickeln, um sie effektiv zu bewältigen.

Aufmerksamkeitstrainings

Eine der Kerntechniken der MCT ist das „Aufmerksamkeitstraining„, das Menschen dabei hilft, die Tendenz zu übermäßiger, auf sich selbst gerichteter Aufmerksamkeit zu verringern.

Indem sie lernen, ihre Aufmerksamkeit von selbstfokussierten Gedanken wegzulenken, können sie den Kreislauf aus Grübeln und Angst durchbrechen, der oft mit sozialen Situationen einhergeht.

Gedanken und Emotionen ins Gleichgewicht bringen

Das übergreifende Ziel der metakognitiven Therapie ist es, ein ausgeglicheneres und flexibleres Verhältnis zu den eigenen Gedanken und Emotionen zu schaffen.

Durch die Förderung des metakognitiven Bewusstseins und das Verstehen der kognitiven Prozesse, die sozialen Ängsten zugrunde liegen, können Menschen eine bessere Kontrolle über ihre Reaktionen erlangen, übermäßige Sorgen reduzieren und letztendlich eine Verringerung der Symptome ihrer sozialen Angst erfahren.

Wissenschaftliche Validierung von MCT bei sozialer Angst

Erste Forschungsergebnisse deuten darauf hin, dass MCT die Symptome von sozialer Angst wirksam lindern kann.

Erste Befunde zeigen, dass metakognitive Interventionen zu einer Verringerung der Angst, einer verbesserten Emotionsregulierung und einer verbesserten Fähigkeit, ängstliche Gedanken zu bewältigen, beitragen. Zu den positiven Indikatoren gehören:

  • MCT zeigte positive Ergebnisse bei der Verringerung der Symptome von sozialer Angststörung über verschiedene Subtypen hinweg, wobei erhebliche Verbesserungen während der Behandlung und bis zu einer 6-monatigen Nachbeobachtung aufrechterhalten wurden (Nordahl & Wells, 2018).
  • Kognitiv-behaviorale und metakognitive Ansätze wirken sich beide auf die Überzeugungen über soziale Ängste aus, wobei metakognitive Überzeugungen die soziale Angst durch kognitive Prozesse beeinflussen, was ihre Bedeutung für das Verständnis und die Behandlung sozialer Angst unterstreicht (Gkika et al., 2018).
  • Negative metakognitive Überzeugungen, insbesondere in Bezug auf die Unkontrollierbarkeit und die wahrgenommene Gefahr, die von den Gedanken ausgeht, prognostizieren ein vermindertes soziales Funktionieren bei Personen, die ein Risiko für psychische Probleme haben, was unterstreicht, wie wichtig es ist, diese Überzeugungen in psychologischen Interventionen zu berücksichtigen (Bright et al., 2017).
  • MCT ist vielversprechend, um die soziale Vermeidung, die Verarbeitung von Ereignissen und das Selbstbewusstsein bei Menschen mit sozialer Angststörung wirksam zu reduzieren (Lakshmi et al., 2016).

Erwägungen zur Verfügbarkeit

Leider ist die Verfügbarkeit von auf MCT spezialisierten Therapeuten nach wie vor begrenzt.

Obwohl der Ansatz vielversprechend bei sozialer Angst ist, kann es in manchen Gegenden schwierig sein, Therapeuten zu finden, die in MCT ausgebildet sind und sie anbieten.

Buchtipp: Sorgenlos und grübelfrei

Für alle, die sich aus dem Griff ängstlicher und depressiver Gedanken befreien wollen, ist „Sorgenfrei und grübelfrei: Wie der Ausstieg aus der Grübelfalle gelingt“ ein guter Ratgeber (hier erhältlich).

Die Autoren Oliver Korn und Sebastian Rudolf zeigen, dass nicht die negativen Gedanken selbst problematisch sind, sondern wie man mit ihnen umgeht.

Übungen, Tipps und Fragebögen regen zur aktiven Auseinandersetzung mit dem eigenen „Denkapparat“ an und helfen, negative Gedanken und Gefühle in den Griff zu bekommen.

Eine einzigartige Sichtweise

Die metakognitive Therapie ist zwar nicht so bekannt wie andere therapeutische Ansätze, aber ihr Fokus auf Metakognition und kognitive Prozesse macht sie zu einer vielversprechenden Option für Menschen, die Linderung bei sozialer Angst suchen.

C. Alternative & ergänzende Interventionen

Narrative Therapie

Wirksamkeit: Unbekannte Wirksamkeit
Verfügbarkeit: Begrenzte Verfügbarkeit

Die narrative Therapie bietet eine besondere Perspektive bei sozialer Angst, indem sie die persönliche Sichtweise der Lebensgeschichte angeht und neue Sichtweisen erkundet.

Durch die Analyse der Geschichten, die der Einzelne über soziale Interaktionen konstruiert, kann er seine Erzählungen neu schreiben, wodurch er gestärkt und befreit werden kann.

Die Macht der Geschichten: Identitätserleben und -findung

Erzählungen sind mächtige Werkzeuge, die unsere Identität formen und unsere Realität beeinflussen.

Bei sozialer Angst entwickeln Menschen oft Narrativen, in denen Angst, Unzulänglichkeit und ungünstige Ereignisse im Vordergrund stehen.

In der narrativen Therapie wird versucht, diese Geschichten zu rekonstruieren und verborgene Stärken und ungeahnte Möglichkeiten zu entdecken.

Externalisierung von Angst: Die Furcht aus der Ferne betrachten

In der narrativen Therapie wird soziale Angst als etwas Äußeres betrachtet, das sich von der eigenen Identität unterscheidet.

Dieser Ansatz ermöglicht es den Menschen, eine psychologische Distanz zwischen sich und ihrer Angst zu schaffen und gemeinsam mit der Therapeut*in gegen die Angst anzugehen.

Neue Perspektiven erforschen: Die Saat der Hoffnung

Ein wesentlicher Bestandteil der narrativen Therapie ist die Erkundung alternativer Erzählungen – Geschichten, die Beispiele für Widerstandsfähigkeit, Stärke und Erfolg aufzeigen.

Diese Erzählungen beleuchten übersehene Aspekte und eröffnen Betroffenen einen neuen Blickwinkel auf ihre Erfahrungen mit sozialer Angst.

Therapeutische Dialoge: Erzählungen mitgestalten

Die narrative Therapie entfaltet sich in gemeinsamen Gesprächen zwischen Therapeut und Individuum.

Geführte Dialoge befähigen die Betroffenen, Erzählungen mitzugestalten, die ihre Handlungsfähigkeit anerkennen, einschränkende Überzeugungen auflösen und die positiven Dimensionen ihrer Erfahrungen verstärken.

Forschungslandschaft: Vielversprechende Ausblicke

Die Forschung zur direkten Anwendung der narrativen Therapie bei sozialer Angst ist zwar begrenzt, aber ihre Prinzipien stimmen mit erzählbasierten Ansätzen überein, die sich in verschiedenen Kontexten als wirksam erwiesen haben.

Durch die Umgestaltung von Geschichten können Menschen ihre Wahrnehmung und ihr Verhalten verändern.

Hier sind die wichtigsten Erkenntnisse aus zwei einschlägigen Studien:

  • Bei sozialer Angststörung weisen die Erzählungen der Betroffenen über autobiografische soziale Erinnerungen bestimmte Merkmale auf, wie z. B. einen erhöhten Selbstbezug, einen verstärkten Gebrauch von angstbezogener Sprache, lebhafte Beschreibungen von Sinneserfahrungen und weniger Bezug auf andere. Dies unterstreicht, wie soziale Angst die Wahrnehmungen, Überzeugungen und Emotionen von Menschen in sozialen Situationen beeinflusst (Anderson et al., 2008).
  • Die Fähigkeit, kohärente autobiografische Erinnerungen zu erzählen, steht in umgekehrtem Verhältnis zum Grad der sozialen Angst. Bei diesem Zusammenhang spielen Mechanismen wie interner und externer Fokus, Arbeitsgedächtnis, Grübeln und depressive Symptome eine Rolle, was die potenzielle Bedeutung der narrativen Kohärenz für das Verständnis und die Bewältigung sozialer Angst unterstreicht (Vanaken & Hermans, 2020).

Erwägung der narrativen Therapie

Bitte beachte, dass die oben genannten Ergebnisse weder die Wirksamkeit der narrativen Therapie bei sozialer Angst bestätigen, noch dass der derzeitige Mangel an spezifischen Studien, die sie untersuchen, auf ihre Unwirksamkeit schließen lässt.

Die narrative Therapie ist nach wie vor ein alternativer Ansatz zur Behandlung sozialer Phobie, der vielversprechend für Menschen ist, die nach besonderen Möglichkeiten suchen, ihre Schwierigkeiten zu bewältigen.

Kognitiv-analytische Therapie

Wirksamkeit: Unbekannte Wirksamkeit
Verfügbarkeit: Begrenzte Verfügbarkeit

Die kognitiv-analytische Therapie (KAT) ist sowohl in der kognitiven als auch in der psychoanalytischen Tradition verwurzelt und bietet einen einzigartigen Rahmen, um das komplizierte Zusammenspiel zwischen Denkmustern und zwischenmenschlichen Dynamiken zu erforschen.

Die Funktionsweise verstehen

KAT befasst sich mit den kognitiven und relationalen Dimensionen der Erfahrungen einer Person und zielt darauf ab, die Denk- und Verhaltensmuster aufzudecken, die zu sozialer Angst beitragen.

Im Mittelpunkt der Therapie steht die Zusammenarbeit zwischen Therapeut/in und Betroffenem, um die Ursprünge dieser Muster zu verstehen und Strategien zur Veränderung zu entwickeln.

Verschiebung von Interaktionsmustern

Der Prozess beinhaltet die Erforschung früherer Lebenserfahrungen und Beziehungen, die die Entwicklung von Selbstüberzeugungen und Bewältigungsstrategien beeinflusst haben könnten.

Indem diese zugrunde liegenden Faktoren beleuchtet werden, erhalten die Betroffenen Einblick in ihre Auslöser und Reaktionen im sozialen Kontext und können so ihre Interaktionen neu gestalten.

Der integrierte Ansatz, der sowohl kognitive Muster als auch zwischenmenschliche Dynamiken berücksichtigt, trägt der Vielschichtigkeit der Entstehung und Aufrechterhaltung sozialer Angst Rechnung.

Vielversprechende Aussichten trotz begrenzter Forschung

Durch die Erforschung von kognitiven Mustern, zwischenmenschlichen Dynamiken und emotionalen Reaktionen ist die KAT ein potenzieller Weg, um neue Ansätze zur Behandlung sozialer Angst zu finden.

Da KAT bei verschiedenen psychologischen Problemen – einschließlich zwischenmenschlicher Probleme und Depressionen (Hallam et al., 2021) – nachweislich zu dauerhaften Verbesserungen geführt hat, ist es ein vielversprechender Ansatz zur Behandlung sozialer Angst.

Durch die Einbeziehung kognitiver Therapieprinzipien und die Anwendung von Strategien aus der psychodynamischen Therapie scheint sie ein großes Potenzial bei sozialer Angst zu haben.

Verfügbarkeit und Erfolgsaussichten abwägen

Die begrenzte Verfügbarkeit von KAT könnte die breite Masse davon abhalten, Zugang zu diesem Verfahren zu finden, aber seine vielversprechende Wirkung bei sozialer Angst ist es wert, dass diejenigen, die einen umfassenden und personalisierten Ansatz suchen, ihr eventuall eine Chance geben.

Da es in diesem Bereich noch keine umfassende Forschung gibt, sind weitere Untersuchungen notwendig, um die Wirksamkeit von KAT eindeutig zu belegen.

Für Menschen, die sich von der Mischung aus kognitiven und zwischenmenschlichen Erkenntnissen angesprochen fühlen, könnte KAT jedoch der Schlüssel zu tiefgreifenden Veränderungen im Umgang mit der sozialen Angst sein.

Abschließend möchten wir unseren Blick auf Mind-Body-Ansätze lenken, die eher als ergänzende Strategien denn als eigenständige Therapien betrachtet werden sollten.

Mind-Body-Ansätze

Wirksamkeit: Begrenzte Wirksamkeit
Verfügbarkeit: Weitgehende Verfügbarkeit

Mind-Body-Ansätze wie Yoga und Tai Chi bieten einen ergänzenden Weg zur Bewältigung der sozialen Angst, indem sie körperliche Bewegungen mit Achtsamkeit und Entspannungstechniken verbinden.

Diese Ansätze betonen die Verbindung zwischen geistigem und körperlichem Wohlbefinden und fördern ein Gefühl der inneren Harmonie und Ausgeglichenheit.

Yoga

Yoga kombiniert Körperhaltungen, kontrollierte Atmung und Meditation, um die Selbstwahrnehmung zu verbessern und die Entspannung zu fördern.

Die bewussten Bewegungen und konzentrierten Atemmuster im Yoga können helfen, Stress und Ängste zu reduzieren, was zu einer besseren emotionalen Regulierung und einem allgemeinen Gefühl der Ruhe führt.

Yoga kann helfen, mit den körperlichen und emotionalen Empfindungen umzugehen, die mit sozialer Angst verbunden sind, und ist damit eine wertvolle Ergänzung zu therapeutischen Maßnahmen.

Studien zeigen, dass Yoga mit seinen meditativen Bewegungsübungen einen vielversprechenden Weg zum Abbau von Ängsten bietet.

Bei Schulkindern hat sich Yoga als wirksam bei der Stress- und Angstbewältigung erwiesen, was darauf hindeutet, dass es auch bei sozialen Ängsten von Jugendlichen eingesetzt werden kann (Nanthakumar, 2018).

Regelmäßige Hatha-Yoga-Praxis hat gezeigt, dass sie Stress, Ängste und Depressionen bei Frauen deutlich reduzieren kann und damit einen ergänzenden Ansatz zur Bekämpfung dieser psychischen Probleme bietet (Shohani et al., 2018).

Tai Chi

Tai Chi ist eine langsame, fließende Kampfsportart, die sich auf sanfte Bewegungen, Tiefenatmung und Achtsamkeit konzentriert.

Diese Praxis fördert Achtsamkeit in der Bewegung und ermutigt die Teilnehmer*innen, im Moment präsent zu sein.

Die langsame und bewusste Art des Tai Chi kann helfen, körperliche Verspannungen, Angstsymptome und Grübeln zu reduzieren.

Ähnlich wie Yoga kann Tai Chi als ein ergänzender Ansatz betrachtet werden, der Menschen mit Entspannungstechniken ausstattet, um die physiologischen und psychologischen Aspekte der sozialen Angst zu bewältigen.

Eine Pilotstudie hat gezeigt, dass Tai Chi die Angstsymptome deutlich reduziert und die Entspannung fördert. Damit könnte es ein wirksamer Weg für Menschen sein, die Angstzustände lindern wollen (Hoffmann-Smith et al., 2009).

Die Wirksamkeit von Tai Chi ist jedoch durch unterschiedliche Studienqualität und gemischte Ergebnisse gekennzeichnet, wie eine systematische Übersichtsarbeit zeigt, was darauf hindeutet, dass weitere Forschung notwendig ist, um schlüssige Ergebnisse zu erzielen (Wang et al., 2009).

Ergänzend zur Therapie

Obwohl Mind-Body-Ansätze zur Entspannung und zum Stressabbau beitragen, ist es wichtig zu wissen, dass sie keine eigenständigen Therapien bei sozialer Angst darstellen.

Sie gehen nicht direkt auf die Ursachen oder aufrechterhaltenden Faktoren von sozialer Angst ein. Stattdessen können Yoga und Tai Chi als unterstützende Instrumente betrachtet werden, die therapeutische Maßnahmen ergänzen.

D. Synergie von Therapie und Medikamenten

Bei vielen Menschen löst der Gedanke an eine medikamentöse Behandlung neben der Therapie Unsicherheiten oder Bedenken aus.

Dieses Gefühl ist durchaus berechtigt, denn die Entscheidung für eine medikamentöse Behandlung ist eine persönliche Entscheidung und nicht für jeden Menschen, der sich einer Therapie bei sozialer Angst unterzieht, zwingend erforderlich.

Dennoch ist es wichtig anzuerkennen, dass Medikamente für manche Menschen von großem Nutzen sein können und als ergänzendes Mittel die Therapieergebnisse unterstützen.

Gründe für eine medikamentöse Ergänzung der Therapie

Soziale Angst kann sich sowohl psychologisch als auch physiologisch äußern, und in einigen Fällen können Medikamente helfen, die biologischen Grundlagen der Angst anzugehen.

Hier sind einige Gründe, warum es hilfreich sein kann, die Therapie mit Medikamenten zu ergänzen:

Körperliche Symptome bekämpfen: Medikamente, insbesondere Betablocker, können dabei helfen, körperliche Symptome der Angst wie Zittern, Schwitzen und Herzrasen zu bekämpfen. Dies kann besonders dann hilfreich sein, wenn diese Symptome das tägliche Leben beeinträchtigen.

Hilfe bei den ersten Fortschritten: Bei Menschen mit schweren Ängsten kann die Intensität der Symptome manchmal die Fortschritte in der Therapie behindern. Medikamente können eine erste Erleichterung verschaffen, so dass die Betroffenen sich besser auf die Therapie einlassen und allmählich Bewältigungsstrategien erlernen können.

Stabilisierung der Stimmung: Medikamente wie SSRIs und SNRIs wirken stimmungsstabilisierend, indem sie die Verfügbarkeit von Neurotransmittern wie Serotonin und Noradrenalin erhöhen. Dies kann zu einem ausgeglicheneren emotionalen Zustand beitragen und therapeutische Einsichten und Wachstum erleichtern.

Den Fortschritt beschleunigen: In manchen Fällen kann die Kombination von Medikamenten und Therapie den Fortschritt beschleunigen. Medikamente können dazu beitragen, das Angstniveau zu senken, so dass die Betroffenen sich intensiver auf den therapeutischen Prozess einlassen und neue Fähigkeiten einüben können.

Wissenschaftliche Erkenntnisse für einen kombinierten Ansatz

Die Forschung legt nahe, dass die Kombination von Therapie und Medikamenten eine wirksame Strategie bei sozialer Angststörung sein kann:

  • Ein aktualisierter Pharmakotherapie-Algorithmus empfiehlt die Kombination von Medikamenten und Psychotherapie zur Behandlung der sozialen Phobie (Stein et al., 2010).
  • Bestimmte Substanzen können die Wirksamkeit der Psychotherapie erhöhen, wenn sie kombiniert eingesetzt werden (Masdrakis et al., 2013).
  • Die Kombination von KVT mit Medikamenten kann bei sozialer Angst zu besseren Ergebnissen führen (Behera et al., 2020).
  • Die Synergie zwischen Psychotherapie und Medikamenten kann die Symptome und den Erwerb von Kompetenzen verbessern (Bernik et al., 2018).

Dieser kombinierte Ansatz maximiert die Vorteile beider Interventionen und kann mit deiner Therapeut*in und deiner medizinischen Fachkraft besprochen werden, um eine individuelle Beratung zu erhalten.

Wesentliche Aspekte

Im Folgenden findest du einige Überlegungen, die du beachten solltest, wenn du eine medikamentöse Behandlung in Erwägung ziehst.

Individueller Ansatz

Die Entscheidung, Medikamente in deine Therapie einzubeziehen, ist sehr individuell. Die Erfahrungen mit sozialer Angst sind bei jedem Menschen einzigartig, und was bei dem einen funktioniert, muss nicht unbedingt für den anderen gelten. Ein Arzt oder eine Ärztin kann deine spezifischen Symptome, deine Vorgeschichte und deine Bedürfnisse beurteilen, um festzustellen, ob eine medikamentöse Behandlung sinnvoll sein könnte.

Umgang mit Stigmatisierung

Die Einnahme von Medikamenten gegen psychische Probleme kann mit einem gesellschaftlichen Stigma verbunden sein. Es ist wichtig zu erkennen, dass es ein mutiger Schritt in Richtung Wohlbefinden ist, sich Hilfe zu suchen, sei es durch eine Therapie, Medikamente oder eine Kombination davon. Letztlich geht es darum, den Ansatz zu finden, der deine psychische Gesundheit insgesamt fördert.

Kurzfristiger und langfristiger Nutzen

Medikamente können kurzfristig helfen, indem sie akute Angstsymptome lindern, was die Teilnahme an einer Therapie und die Umsetzung von Bewältigungsstrategien erleichtern kann. Langfristig können Medikamente zu Veränderungen in der Gehirnchemie beitragen, die einen stabileren emotionalen Zustand fördern.

Medikamente als Hilfsmittel

Wenn du Medikamente als Teil deines Instrumentariums betrachtest, kann das sehr hilfreich sein. Genauso wie die Therapie dir Fähigkeiten vermittelt, um mit sozialer Angst umzugehen, können Medikamente eine physiologische Unterstützung bieten. Die Kombination aus beiden Ansätzen kann deine Fähigkeit verbessern, mit Angstzuständen in verschiedenen Situationen umzugehen.

Mythen zur Medikation

Es kann hilfreich sein, mit gängigen Mythen über Medikamente aufzuräumen. Zum Beispiel führen nicht alle Medikamente zu Abhängigkeit oder betäuben die Gefühle. SSRIs und SNRIs zum Beispiel erzeugen kein euphorisches Hochgefühl, sondern bringen den Neurotransmitterspiegel allmählich ins Gleichgewicht.

Gemeinsame Entscheidungsfindung

Führe offene und ehrliche Gespräche mit deinem Therapeuten und deinem Arzt, wenn du Medikamente in Betracht ziehst. Ihre Einsichten, ihr Fachwissen und ihr gemeinsamer Ansatz können dir helfen, eine Entscheidung zu treffen, die mit deinen Behandlungszielen übereinstimmt.

Ergänzender Ansatz

Medikamente sind als Ergänzung zur Therapie gedacht, nicht als Ersatz. Die in der Therapie gewonnenen Erkenntnisse, wie z. B. das Verstehen von Denkmustern, das Erkennen von Auslösern und das Erlernen von Bewältigungsstrategien, sind wichtige Bestandteile der Behandlung von sozialer Angst.

Regelmäßige Beurteilungen

Wenn du dich mit deinem Arzt oder deiner Ärztin für die Einnahme von Medikamenten entscheidest, sind regelmäßige Kontrollen und Beurteilungen wichtig. Dabei wird überwacht, wie du auf die Medikamente reagierst, welche Nebenwirkungen auftreten und ob die Dosierung angepasst werden muss.

Egal, ob du dich für eine medikamentöse Behandlung, eine alleinige Therapie oder eine Kombination aus beidem entscheidest, das Wichtigste ist, dass du herausfindest, was für dich auf deinem Weg zu Heilung und Wachstum am besten funktioniert.

Erkundung von Medikamentenoptionen

Wenn du dich eingehender mit den verschiedenen Medikamenten bei sozialer Angst befassen möchtest, bietet dir unser umfassender Leitfaden ein ausführliches Verständnis der einzelnen gängigen Medikamente.

Darin findest du Informationen über ihre Vorteile, mögliche Nebenwirkungen, Risiken und die wissenschaftlichen Belege für ihre Wirksamkeit. Du kannst ihn aufrufen, indem du hier klickst.

Egal, ob du dich für oder gegen eine medikamentöse Behandlung entscheidest, deine Therapeut*in und dein Arzt oder deine Ärztin sind wertvolle Ressourcen, die dir dabei helfen, informierte Entscheidungen zu treffen, die mit deinen Zielen und deinem Wohlbefinden übereinstimmen.

E. Online- und Präsenztherapie

In den letzten Jahren hat sich die Therapielandschaft sowohl um Präsenz- als auch um Online-Therapien erweitert, so dass Menschen mit sozialer Angst die Möglichkeit haben, die Behandlung zu wählen, die ihren Wünschen und Bedürfnissen entspricht.

Jeder Ansatz hat seine eigenen Vorteile und Aspekte, die es dem Einzelnen ermöglichen, eine fundierte Entscheidung zu treffen, die auf seinen Komfort und seine Umstände abgestimmt ist.

Der Aufstieg der Online-Therapie

Die Online-Therapie hat sich zu einer praktikablen und bequemen Option für viele Therapiesuchende entwickelt, insbesondere seit die Covid-19-Pandemie ihre Verfügbarkeit beschleunigt hat.

Der bequeme Zugang zu einer Therapie in den eigenen vier Wänden und der Wegfall geografischer Barrieren machen die Online-Therapie zu einer attraktiven Wahl.

Die Forschung zeigt, dass Online-Therapien bei sozialer Angst genauso wirksam sein können wie Präsenztherapien, insbesondere bei bestimmten Therapieansätzen.

Außerdem kann sie bei sozialer Angst besonders hilfreich sein, da sie denjenigen, die Video- oder Telefonanrufe als einschüchternd empfinden, die Flexibilität bietet, über Textnachrichten zu kommunizieren, und so die Einstiegsschwelle senkt.

Wissenschaftliche Validierung der Online-Therapie bei sozialer Angst

Die wissenschaftliche Erforschung der Online-Therapie bei sozialer Angst hat viel Aufmerksamkeit erregt und zu folgenden bemerkenswerten Ergebnissen geführt.

  • Die kognitive Online-Therapie reduzierte die Symptome sozialer Angst im Vergleich zu einer Wartelistengruppe signifikant und mit anhaltenden positiven Effekten (Thew et al., 2022).
  • Eine angeleitete internetbasierte KVT reduzierte soziale Ängste, Depressionen und dysfunktionales Denken signifikant. Diese Verbesserungen blieben auch nach sechs Monaten bestehen (Tulbure et al., 2015).
  • Sowohl die KVT als auch die PDT, die online durchgeführt wurden, zeigten Verbesserungen bei den Symptomen sozialer Angst, unabhängig von der Patientenpräferenz. Die therapeutische Allianz spielte eine Rolle für die Ergebnisse (Lindegaard et al., 2020).
  • Die positiven Auswirkungen der internetbasierten KVT blieben über einen Zeitraum von 5 Jahren erhalten, was auf einen dauerhaften Nutzen hindeutet (Hedman et al., 2011).

Vorteile der Präsenztherapie

Andererseits bietet die Präsenztherapie einen persönlichen Kontakt, den viele Menschen als beruhigend und förderlich für den Aufbau eines starken therapeutischen Bündnisses empfinden.

Die persönliche Interaktion kann zu einem tieferen Gefühl der Verbundenheit mit dem Therapeuten führen, was besonders bei sozialer Angst von Vorteil sein kann.

Eine Präsenztherapie bietet außerdem einen eigenen Raum, der frei von den Ablenkungen des Privatlebens ist und konzentrierte Gespräche und Selbsterkundung ermöglicht.

Die Wahl der richtigen Therapieform

Bei der Entscheidung zwischen einer Präsenz- und einer Online-Therapie ist es wichtig, dass du deine persönlichen Vorlieben berücksichtigst.

Wenn du Zugang zu einer qualifizierten Therapeut*in in deiner Nähe hast, die auf die Therapie spezialisiert ist, an der du interessiert bist, ist das eine gute Option.

Wenn dies jedoch nicht möglich ist oder du dich mit der Aussicht auf persönliche Sitzungen überfordert fühlst, ist die Online-Therapie eine legitime Alternative.

Wenn du eine Online-Therapie in Erwägung ziehst, solltest du sicherstellen, dass die Plattform deine Privatsphäre und Sicherheit schützt.

Überprüfe die Qualifikation der Therapeut*innen und stelle sicher, dass sie Erfahrung in der Behandlung sozialer Angst haben.

Lies dir Bewertungen und Erfahrungsberichte von anderen Nutzern durch, um dir ein Bild von der Wirksamkeit des Angebots zu machen.

Online-Therapy: Eine gute Wahl, wenn du gut Englisch sprichst

An unser englischsprachiges Publikum empfehlen wir an dieser Stelle vor allem “Online-Therapy” als unsere erste Wahl unter den Online-Therapie-Anbietern.

Leider gibt es derzeit auf dem deutschsprachigen Markt keinen vergleichbaren Service. Aus diesem Grund können wir derzeit keine spezifische deutschsprachige Online-Therapie-Plattform empfehlen.

Wenn du gut Englisch sprichst, könnte Online-Therapy eine Option für dich sein. In diesem Fall wäre auch die Chat-Option eine gute Wahl, da du hier nicht frei reden musst und nicht unter Druck stehst, dich schnell ausdrücken zu müssen.

Du bekommst bei Online-Therapy eine individuelle 45-minütige Live-Sitzung in Video-, Sprach- oder Textformat pro Woche, unbegrenzte Messaging-Möglichkeiten mit deiner Therapeut*in und zudem ein umfassendes 8-teiliges KVT-Programm, das du selbst durchlaufen kannst.

Therapie bei Online-Therapy beginnt schon bei nur $40 pro Woche (also 36-38 Euro). Mit dem folgenden Link kannst du dich anmelden und erhältst zudem einen Rabatt von 20% für deinen ersten Monat Therapie.

Wenn dies keine Option ist, aber du dennoch Online-Therapie bevorzugst, besteht die Möglichkeit, Therapeutinnen oder klinische Einrichtungen zu finden, die Online-Therapie für die soziale Angststörung anbieten.

Eine Möglichkeit besteht darin, online nach Therapieanbietern zu suchen, die auf die Behandlung von sozialer Angst, oder zumindest von Angststörungen im Allgemeinen, spezialisiert sind. Du könntest auch lokale Therapeut*innen kontaktieren und nachfragen, ob sie Online-Sitzungen anbieten.

F. Finanzielle Aspekte der Therapie

Der Versicherungsschutz und der Umgang mit den Therapiekosten sind ein wichtiger Aspekt, bevor du dich auf deine therapeutische Reise begibst.

Je nach Land, in dem du wohnst, können die Einzelheiten sehr unterschiedlich sein. Wir geben dir hier einen Einblick, der sich vor allem an Leser*innen aus Deutschland, Österreich und der Schweiz richtet.

Orientierung beim Versicherungsschutz: Ein Überblick

In Deutschland, Österreich und der Schweiz werden Therapiekosten in vielen Fällen von den Krankenkassen übernommen.

Es ist ratsam, sich über die Kostenübernahme durch deine Versicherung zu erkundigen, einschließlich der Anzahl der abgedeckten Sitzungen und eventueller Einschränkungen bei den Therapiearten oder Anbietern.

Die Suche nach Optionen innerhalb deiner Versicherung kann dir helfen, das Beste aus deinem Versicherungsschutz zu machen.

Jenseits der traditionellen Deckung: Alternativen

Für diejenigen, die keinen Versicherungsschutz für eine Therapie haben oder nach alternativen Wegen suchen, gibt es zugängliche Optionen, die sie in Betracht ziehen können.

Manchmal bieten gemeindepsychiatrische Zentren kostengünstige oder kostenlose Therapien an, je nach Einkommensniveau.

Private Therapeuten können die Kosten für eine Therapie je nach finanzieller Situation staffeln. Außerdem sind Online-Therapieplattformen aufgrund ihrer Bequemlichkeit und Kosteneffizienz immer beliebter geworden.

Aus eigener Tasche zahlen: Vorteile und Hinweise

Wenn du dich dafür entscheidest, die Therapie aus eigener Tasche zu bezahlen, hast du mehr Kontrolle über deine Therapieerfahrung.

Du hast die Freiheit, einen Therapeuten auszuwählen, der deinen Vorlieben und Bedürfnissen entspricht, und bist nicht auf Anbieter beschränkt, die von der Versicherung abgedeckt werden.

Außerdem kann die Selbstbeteiligung die Wartezeit verkürzen, so dass du früher mit der Therapie beginnen kannst.

Es ist jedoch wichtig, das finanzielle Ausmaß zu bedenken, da die Therapiekosten je nach Ort, Erfahrung des Therapeuten und Dauer der Sitzung stark variieren können.

Im Durchschnitt liegen die Kosten für eine Therapiesitzung zwischen 70 und 150 Euro oder mehr pro Sitzung.

In Anbetracht der unterschiedlichen finanziellen Situationen ist es wichtig zu wissen, dass die von uns vorgeschlagene Online-Therapieoptionen bereits unter 40 Euro pro Sitzung zu haben ist, was sie für viele erschwinglich und eine Überlegung wert macht.

Eine globale Perspektive auf finanzielle Aspekte

Da wir die Vielfalt unserer Leserschaft kennen, wissen wir, dass die finanziellen Aspekte einer Therapie je nach Standort sehr unterschiedlich sein können.

In einigen Ländern ist der Versicherungsschutz für psychosoziale Dienste umfassender und leichter zugänglich, während er in anderen Ländern eingeschränkt ist.

Im Vergleich zu anderen Regionen ist der Versicherungsschutz bei sozialer Angst in Deutschland, Österreich und der Schweiz sehr gut. Mach dir das zunutze.

Ganz gleich, ob du dich für eine Therapie entscheidest, die von der Krankenkasse übernommen wird, ob du aus eigener Tasche zahlst oder ob du dich für eine Online-Therapie entscheidest – dein Engagement für deine psychische Gesundheit ist ein wichtiger Schritt in eine bessere Zukunft.

G. Zusätzliche Aspekte und wichtige Hinweise

Finde deinen therapeutischen „Fit“

Einer der wichtigsten Aspekte auf deinem therapeutischen Weg ist es, eine Therapeut*in zu finden, die zu deinen Bedürfnissen und Werten passt.

Während der therapeutische Ansatz, die Spezialisierung und die Erfahrung entscheidend sind, darf die Kompatibilität der therapeutischen Beziehung selbst nicht unterschätzt werden.

Es ist völlig in Ordnung, ein erstes Beratungsgespräch zu führen, um herauszufinden, ob eien Therapeut*in die richtige Person für dich ist. Denke daran, dass es auch in Ordnung ist, andere Therapeuten aufzusuchen, wenn du dich nicht ganz wohl fühlst.

Nimm dir Zeit, um herauszufinden, ob deine Therapeut*in einen sicheren, nicht wertenden Raum schafft, in dem du dich verstanden und unterstützt fühlst.

Ein starkes therapeutisches Bündnis trägt wesentlich zur Effektivität des Prozesses bei.

Dauer und Häufigkeit der Therapie

Wenn du dich auf deine persönliche therapeutische Reise begibst, ist es wichtig, den Rahmen der Therapiesitzungen zu verstehen.

Die Dauer und Häufigkeit der Therapiesitzungen kann je nach Therapieform, den Empfehlungen deines Therapeuten und deinen Fortschritten variieren.

Meistens dauern die Sitzungen 45-60 Minuten, wobei die Häufigkeit oft von wöchentlich bis zweiwöchentlich variieren kann und mit zunehmenden Fortschritten allmählich abnimmt.

Konsequente Anwesenheit und Engagement fördern die Kontinuität deines Fortschritts.

Erwartungen steuern

Realismus ist ein Eckpfeiler einer erfolgreichen Therapie. Es ist wichtig anzuerkennen, dass der Fortschritt nicht immer linear verläuft.

Herausforderungen und Rückschläge sind ein fester Bestandteil des Prozesses und bedeuten nicht, dass du versagt hast.

Die Therapie gibt dir Werkzeuge an die Hand, mit denen du diese Hürden meistern kannst, und fördert die Widerstandsfähigkeit und das Selbstbewusstsein, die zu langfristigem Wachstum beitragen.

Lass dich auf die Reise ein und erkenne, dass sowohl kleine als auch große Veränderungen ein bedeutender Schritt nach vorne sind.

Rückschläge und Plateaus bewältigen

Der Umgang mit Rückschlägen und Plateaus ist ein fester Bestandteil der therapeutischen Reise. Diese Momente sind kein Zeichen des Scheiterns, sondern eine Chance für Wachstum.

Deine Therapeut*in wird dir helfen, Bewältigungsstrategien zu entwickeln, um mit Rückschlägen umzugehen und deinen Schwung für positive Veränderungen wiederzubeleben.

Indem du die Höhen und Tiefen annimmst, baust du deine Widerstandsfähigkeit aus und verbesserst deine Fähigkeit, Herausforderungen in der Zukunft zu meistern.

Behandlung von Begleitumständen

Soziale Ängste treten oft zusammen mit anderen psychischen Erkrankungen wie Depressionen, generalisierter Angststörungen oder Panikzuständen auf.

Das Schöne an der Therapie ist der ganzheitliche Ansatz, der oft mehrere Erkrankungen gleichzeitig behandelt.

Das Fachwissen deiner Therapeut*in stellt sicher, dass dein Behandlungsplan auf diese miteinander verknüpften Herausforderungen zugeschnitten ist und dir umfassende Unterstützung für dein allgemeines Wohlbefinden bietet.

Therapie Hausaufgaben und Üben von Fertigkeiten

Der therapeutische Fortschritt geht über die Grenzen des Sitzungsraums hinaus. Bei vielen Therapieformen spielen Hausaufgaben und das Üben von Fertigkeiten eine wichtige Rolle, um die erlernten Strategien zu festigen.

Durch die Bearbeitung dieser Aufgaben wird das Gelernte vertieft, die Techniken können in realen Situationen angewendet werden und du machst schneller Fortschritte bei der Behandlung von sozialer Angst.

Konsequentes Üben ist ein Schlüsselfaktor für die Wirksamkeit der Therapie.

Grenzen und Vertraulichkeit

Eine therapeutische Beziehung baut auf Vertrauen auf, das durch klar definierte Grenzen und Diskretion gestärkt wird.

Deine Therapeut*in sorgt dafür, dass deine Sitzungen ein sicherer Raum sind, in dem du deine Gedanken und Gefühle offen und ohne Vorurteile besprechen kannst.

Die Vertraulichkeit ist ein Eckpfeiler der Therapie, der sicherstellt, dass deine persönlichen Informationen sicher und geschützt bleiben.

Wenn du die Grenzen und den Umfang der Vertraulichkeit kennst, kannst du dich im therapeutischen Prozess viel sicherer fühlen.

H. Beginn der Therapie: Tipps & Empfehlungen

Die Entscheidung, eine Therapie zu machen, ist ein Beweis für deine innere Stärke und dein Engagement für deine Selbstfürsorge.

Es ist wichtig zu verstehen, dass es kein Zeichen von Schwäche ist, Hilfe zu suchen, sondern ein mutiger Schritt, um dein Wohlbefinden zu verbessern.

In einer Welt, in der das Stigma der psychischen Gesundheit immer mehr abnimmt, zeugt es von deiner Widerstandsfähigkeit und Entschlossenheit, ein erfüllteres Leben zu führen, indem du dich um dein psychisches Wohlbefinden kümmerst.

Tipps für deinen therapeutischen Prozess

Wenn du mit einem bestimmten Ziel und einer bestimmten Absicht an die Therapie herangehst, ist das die Grundlage für eine transformative Erfahrung. Hier sind die wichtigsten Schritte, die dir auf deinem Weg helfen können:

Selbstreflexion

Nimm dir Zeit, um die spezifischen Schwierigkeiten und Zielvorstellungen herauszuarbeiten, die du in der Therapie angehen willst.

Diese Selbsterkenntnis hilft dir, effektiv mit deiner Therapeut*in zu kommunizieren und sicherzustellen, dass deine Sitzungen auf deine Bedürfnisse zugeschnitten sind.

Therapeut*innen recherchieren

Unabhängig davon, ob du eine Präsenz- oder eine Online-Therapie in Erwägung ziehst, solltest du gründlich recherchieren, um Therapeut*innen in deiner Gegend oder in der von dir bevorzugten Therapieform zu finden.

Suche nach Therapeutinnen, die in der Behandlung sozialer Angst erfahren sind, und lies die Bewertungen früherer Patientinnen, um ihre Wirksamkeit zu beurteilen.

Erstberatungen

Viele Therapeut*innen bieten kostenlose Erstgespräche an. Nutze diese Gelegenheit, um die Herangehensweise des Therapeuten einzuschätzen, sachdienliche Fragen zu stellen und herauszufinden, ob die therapeutische Beziehung mit deinen Erwartungen übereinstimmt.

Offene Kommunikation fördern

Achte während der gesamten Therapie auf eine offene Kommunikation mit deiner Therapeut*in. Sprich regelmäßig über deine Fortschritte, Rückschläge und Bedenken, die du hast.

Dieser partnerschaftliche Dialog stellt sicher, dass deine Therapie effektiv bleibt und mit deinen Bedürfnissen in Einklang steht.

Beständigkeit und Geduld kultivieren

Die Fortschritte, die du in der Therapie erlebst, entfalten sich mit der Zeit und erfordern Hingabe.

Sei geduldig mit dir und dem Prozess und verstehe, dass Heilung eine Reise ist, die Wachstum und Selbstentdeckung beinhaltet.

Jeder noch so kleine Schritt nach vorne trägt zu deiner allgemeinen Veränderung bei.

Akzeptiere deine Reise

Wenn du den mutigen Schritt wagst, dir Hilfe zu suchen, denke daran, dass du nie allein bist. Unzählige Menschen haben genau wie du den Weg zur Überwindung ihrer sozialen Angst eingeschlagen.

Nimm die Anleitung und Unterstützung deiner Therapeut*in an, verinnerliche die Strategien, die du lernst, und erkenne die Fortschritte an, die du auf deinem Weg zu einem Leben mit mehr Wohlbefinden, Selbstvertrauen und authentischer Beziehungen machst.

I. Schlusswort

Abschließend sei gesagt, dass du mit dem Wissen über die verschiedenen therapeutischen Möglichkeiten zur Behandlung sozialer Angst eine transformative Reise zu emotionalem Wohlbefinden und persönlichem Wachstum antreten kannst.

Du hast dich mit bewährten therapeutischen Ansätzen, vielversprechenden Interventionen und ergänzenden Techniken befasst, die dir den Weg in eine bessere Zukunft weisen können.

Jetzt, wo du am Scheideweg der Möglichkeiten stehst, kannst du den nächsten entscheidenden Schritt auf deiner therapeutischen Reise machen. Denke über diese Leitfragen nach:

  • Übernimmt deine Versicherung die Kosten für eine Therapie bei sozialer Angst? Wenn ja, solltest du dich an deinen Arzt wenden, um deine Möglichkeiten zu besprechen und dir ein Rezept für eine Therapie ausstellen zu lassen.
  • Unabhängig davon, ob du versichert bist oder nicht, bist du bereit, in deine psychische Gesundheit zu investieren? Lege dein Budget fest und überlege dir, wie du die Kosten für die Therapie decken kannst. Achte darauf, dass dein Wohlbefinden eine Priorität ist, die es wert ist, verfolgt zu werden.
  • Welcher therapeutische Ansatz spricht dich an? Ob kognitive Verhaltenstherapie, psychodynamische Therapie oder eine andere Methode, kläre deine Präferenzen.
  • Würdest du eine Therapie mit oder ohne Medikamente bevorzugen? Wenn Ersteres der Fall ist, solltest du dich mit einem Psychiater oder einem qualifizierten Arzt in Verbindung setzen, um deine Möglichkeiten auszuloten.
  • Präsenz- oder Online-Therapie? Überlege dir, welches Format besser zu deinem Lebensstil und deinem Komfort passt.
  • Welche spezifischen Ziele oder Aspekte deiner sozialen Angst möchtest du in der Therapie behandeln? Dein erstes Beratungsgespräch kann dir eine Plattform bieten, um diese Ziele zu besprechen.

Während du dich mit diesen Fragen und Entscheidungen auseinandersetzt, solltest du daran denken, dass die Reise, auf die du dich begibst, großes Potenzial birgt.

Mit diesem Leitfaden haben wir versucht, all deine Fragen zur Therapie bei sozialer Angst zu beantworten. Vor allem aber hoffen wir, dass er dich dazu anspornt, diesen wichtigen Schritt zu tun.

Deine Reise beginnt jetzt, und dein zukünftiges Ich wird dir für dein Engagement für dein eigenes Wohlbefinden danken.

Weitere Schritte, die deine Therapie ergänzen können, findest du in unserem Artikel mit 20 praktischen Tipps und Übungen, die dir helfen, besser mit sozialer Angst umzugehen. Du kannst ihn lesen, indem du hier klickst.

Und schließlich empfehlen wir dir auch unseren umfassenden Leitfaden zur Behandlung sozialer Angst. In diesem Leitfaden geht es nicht nur um Therapie, sondern auch um Medikamente, Selbsthilfetechniken, Änderungen des Lebensstils und die Bedeutung von Unterstützungsnetzwerken. Du kannst diesen Leitfaden abrufen, indem du hier klickst.

F: Wie lange dauert eine Therapie bei sozialer Angst normalerweise?

A: Die Dauer der Therapie hängt von der Art der Therapie, dem individuellen Fortschritt und dem Schweregrad der sozialen Angst ab. Die Sitzungen können wöchentlich oder zweiwöchentlich stattfinden und sich über ein paar Wochen bis zu einem Jahr erstrecken. Manche setzen gelegentliche Therapiesitzungen fort, um nachhaltige Fortschritte zu erzielen.

F: Was kann ich in einer Therapiesitzung für soziale Angst erwarten?

A: In den Therapiesitzungen werden in offenen Gesprächen Gefühle, Schwierigkeiten und Ziele besprochen. Je nach Ansatz können die Sitzungen Rollenspiele, kognitive Umstrukturierung, Achtsamkeit oder Expositionsübungen beinhalten.

F: Werden meine Informationen in den Therapiesitzungen vertraulich behandelt?

A: Vertraulichkeit ist grundlegend. Therapeuten wahren die Vertraulichkeit gemäß den ethischen Richtlinien, es sei denn, es besteht ein Schadensrisiko. Besprich die Vertraulichkeit zunächst mit deinem Therapeuten.

F: Wie kann ich meinen Fortschritt in der Therapie nachvollziehen?

A: Überprüfe deinen Fortschritt, indem du die Veränderungen in deinen Gedanken, deinem Verhalten und deinen Gefühlen reflektierst. Therapeuten nutzen Instrumente, Selbstberichte und Gespräche, um die Behandlungspläne anzupassen.

F: Kann eine Therapie für soziale Angst auch helfen, wenn diese gleichzeitig mit anderen Erkrankungen auftritt?

A: Ja, eine Therapie kann mehrere Krankheitsbilder behandeln. Therapeuten berücksichtigen bei ihren Plänen das Zusammenspiel mit Depression, Panikstörung usw.

F: Wie wähle ich die richtige Therapeut*in für mich aus?

A: Um die richtige Therapeut*in zu finden, solltest du ihre Spezialisierung, ihren Ansatz, ihre Erfahrung und ihre therapeutische Eignung berücksichtigen. Vertraue deinem Instinkt und vereinbare Beratungstermine, um dich abzustimmen.

F: Was ist, wenn ich in der Therapie Rückschläge oder Plateaus erlebe?

A: Rückschläge sind normal. Kommuniziere mit deiner Therapeut*in, um Strategien zu entwickeln und gemeinsam Fortschritte zu erzielen.

F: Ist Online-Therapie bei sozialer Angst wirksam?

A: Ja, Online-Therapie ist bei sozialer Angst wirksam. Die Forschung zeigt entsprechende Ergebnisse. Sie ist leicht zugänglich und praktisch.

F: Was ist, wenn ich unsicher bin, welcher therapeutische Ansatz für mich am besten geeignet ist?

A: Suche ein Beratungsgespräch, um deine Bedenken zu besprechen und Lösungsansätze zu finden. Lass dich von Fachleuten für psychische Gesundheit beraten.

F: Werden Therapiesitzungen von der Versicherung übernommen?

A: In Deutschland, Österreich und der Schweiz wird die Therapie bei sozialer Angststörung in der Regel von der Krankenkasse übernommen. Informiere dich bei deiner Versicherung über die Kostenübernahme für psychotherapeutische Leistungen.

F: Kann ich bei sozialer Angst verschiedene Therapieansätze kombinieren?

Ja, ein integrierter Ansatz kann einen maßgeschneiderten Plan bieten, der die verschiedenen Aspekte sozialer Angst behandelt.

F: Was ist, wenn ich mich unwohl dabei fühle, bestimmte Themen in der Therapie zu besprechen?

A: Therapeut*innen schaffen eine sichere Umgebung. Kommuniziere dein Unbehagen. Sie helfen dir, Themen in deinem Tempo zu erkunden.

F: Wie kann ich das Beste aus meiner Therapieerfahrung machen?

A: Maximiere den Nutzen, indem du dich aktiv einbringst, Fragen vorbereitest, Fertigkeiten übst und mit neuen Lösungsansätzen experimentierst.

F: Kann eine Therapie bei schwerer sozialer Angst wirksam sein?

A: Ja, eine Therapie kann unabhängig vom Schweregrad wirksam sein. Therapeut*innen passen ihre Pläne an den Fortschritt an.

F: Gibt es in der Therapie eine Einheitslösung für alle?

A: Nein, die Therapie ist individuell. Die Therapeut*innen passen die Pläne je nach Schwierigkeiten, Vorlieben und Zielen an.

F: Kann eine Therapie bei sozialer Angst dazu beitragen, meine Lebensqualität zu verbessern?

A: Ja, eine Therapie wirkt sich positiv auf verschiedene Lebensbereiche aus. Bewältigungskompetenzen führen zu Verbesserungen in Beziehungen, bei der Arbeit und im allgemeinen Wohlbefinden.

F: Kann eine Therapie bei Erwartungsangst in Bezug auf soziale Situationen helfen?

A: Ja, die Therapie befasst sich mit der Erwartungsangst. Bewältigungsstrategien helfen, Gefühle zu kontrollieren und die soziale Orientierung zu verbessern.

F: Welche Rolle spielt die Motivation bei der Therapie von sozialer Angst?

Motivation ist entscheidend für den Erfolg. Aktives Engagement und Einsatzwillen führen zu bedeutenden Fortschritten.

F: Kann eine Therapie mir helfen, soziale Kompetenzen aufzubauen und mein Selbstvertrauen zu stärken?

Ja, eine Therapie fördert die sozialen Fähigkeiten und das Selbstvertrauen. Techniken wie Rollenspiele und Expositionsübungen fördern die soziale Interaktion.

F: Kann die Therapie bei sozialer Angst für Jugendliche angepasst werden?

A: Ja, die Therapie wird auf Jugendliche zugeschnitten. Die Techniken sind auf die Entwicklungsstufen und individuellen Bedürfnisse abgestimmt.

F: Woran erkenne ich, ob ich bei sozialer Angst Fortschritte in der Therapie mache?

Geringere Ängstlichkeit, verbesserte Interaktionen und emotionale Regulierung zeigen Fortschritte. Besprich Veränderungen regelmäßig mit deiner Therapeut*in.

F: Kann ich Familienmitglieder oder Angehörige in meine Therapie einbeziehen?

A: Vor allem bei Therapien, die sich auf Beziehungsfragen konzentrieren, ist es sinnvoll, Angehörige mit einzubeziehen. Dadurch erhältst du zusätzliche Unterstützung und Verständnis.

F: Was ist, wenn ich schon einmal eine Therapie gemacht habe und sie nicht funktioniert hat? Sollte ich es noch einmal versuchen?

A: Bei der Zusammenarbeit kommt es auf die Passung und den Ansatz an. Besprich frühere Erfahrungen, um eine bessere Zusammenarbeit zu erreichen.

F: Gibt es Selbsthilfemöglichkeiten, die eine Therapie bei sozialer Angst ergänzen können?

A: Ja, Ressourcen wie Bücher, Online-Inhalte und Selbsthilfegruppen ergänzen die Therapie. Therapeuten können passende Ressourcen empfehlen.


Referenzen anzeigen

Über den Autor: Martin Stork

Martin ist ausgebildeter Psychologe mit einem Hintergrund in Physiotherapie. Er hat verschiedene Selbsthilfegruppen für Menschen mit sozialer Angst in Washington, DC und Buenos Aires, Argentinien, organisiert und geleitet. Er ist der Gründer von Conquer Social Anxiety Ltd, wo er als Autor, Therapeut und Leiter tätig ist. Du kannst hier klicken, um mehr über Martin zu erfahren.